Infos Tierärztekammer #2

01.01.2014   Stellungnahme der Bundestierärztekammer zur Kastration von wildlebenden Katzen

Zur Gebührenerhebung bei der Kastration von wildlebenden Katzen (Dr. Götz/Dr. Freytag/Dr. Tietjen); Warum unterstützt die Bundestieräztekammer nicht die Kastration von frei lebenden Hauskatzen?

Aus Tierschutzkreisen wird häufig verlangt, dass Tierärzte die Kastration von Katzen kostenlos oder preiswerter durchführen als es die Gebührenordnung für Tierärzte (GOT)vorsieht. Dazu nimmt die BTK wie folgt Stellung:

Die GOT ist eine bundesweit gültige Verordnung des Bundes. Tierärzte müssen laut dieser die tierärztlichen Leistungen zwischen dem einfachen und dreifachen Gebührensatz berechnen. Die einfachen Sätze dürfen grundsätzlich nicht unterschritten werden. Damit will der Gesetzgeber sicherstellen, dass Tierärzte die finanzielle Basis erhalten, um die ihnen anvertrauten Tiere mit der erforderlichen Sorgfalt zu behandeln.

Die GOT enthält drei Möglichkeiten, von den dort vorgegebenen Gebührensätzen abzuweichen:

  1. Im begründeten Einzelfall nach vorheriger schriftlicher Vereinbarung. Dadurch kann ein Tierarzt z.B. bedürftigen Menschen helfen. Bei Kastrationsaktionen und ähnlichen Maßnahmen handelt es sich nicht um Einzelfälle.
  2. Bei langfristiger Betreuung geschlossener Tierbestände mit regelmäßigen Untersuchungen auf Basis eines Betreuungsvertrages. Hierunter fallen auch die langfristigen Betreuungsverträge mit Tierheimen. Es dürfen aber nur die in der Obhut des Tierheimes befindlichen Tiere zu Sonderkonditionen behandelt werden. Operationen, wie Kastrationen, sind aber nicht „Untersuchungen „ oder ständig wiederkehrende Leistungen und deshalb können ermäßigte Gebühren im Sinne eines Betreuungsvertrages nicht auf diese angewendet werden.
  3. Im Rahmen einer mit öffentlichen Mitteln aus öffentlichem Interesse geförderten Kastrationsaktion, für die eine Kostenvereinbarung zwischen Kostenträger (z.B. ein Tierschutzverein oder eine Gemeinde) und Tierärztekammer getroffen wurde, auf Basis eines Vertrages.

Für Kastrationsaktionen käme also lediglich die letzte Möglichkeit in Frage, sofern es eine angemessene staatliche Unterstützung gibt und die Landestierärztekammer eine entsprechende schriftliche Vereinbarung abschließt. Solche Vereinbarungen wurden in der Vergangenheit aufgrund der fehlenden Voraussetzungen selten getroffen.

Auch wenn viele Tierärzte freiwillig bereit sind, den Tierschutz im Rahmen der GOT oder durch Spenden zu unterstützen, ist Folgendes zu bedenken: Ein Tierarzt, der regelmäßig auf einen Teil seines Einkommens verzichtet, kann weder eine für sorgfältiges Arbeiten eingerichtete Tierarztpraxis unterhalten noch Personal und moderne Geräte bezahlen, sich fortbilden oder gar seinen Lebensunterhalt bestreiten. Die Kastration stellt einen chirurgischen Eingriff dar, der sorgfältig, steril und unter Narkose stattzufinden hat. Dazu gehört unter Umständen auch, betäubte Tiere zu beaufsichtigen, bis sie gefahrlos in die Freiheit oder nach Hause entlassen werden können. Zudem ist die Kastration von wilden Katzen besonders aufwändig. Aus diesem Grunde können Tierärzte die Eindämmung des Katzenelends nicht finanzieren.

Die gesamte Stellungnahme der Bundestierärztekammer kann hier eingesehen werden

20.03.2013   Pressemeldung der Bundestierärztekammer zur Kastration von Katzen

Auch wenn der Frühling noch auf sich warten lässt und das eisige Winterwetter zumindest bei uns Menschen kaum Frühlingsgefühle aufkommen lässt, sind diese Tage nicht „für die Katz“: Weil die sexuelle Aktivität bei Katzen nicht durch die Temperatur, sondern durch die Tageslichtlänge ausgelöst wird, sind Miez und Mauz bereits auf Freiersfüßen unterwegs, und die nächste Generation verwilderter Katzen ist auf den Weg gebracht.

Die Bundestierärztekammer appelliert darum dringend an das Verantwortungsbewusstsein der Tierhalter, zumal eine Kastration, also das Entfernen der Hoden beim Kater und der Eierstöcke bei der Kätzin, auch weitere Vorteile mit sich bringt. Weil die Tiere nicht mehr den Drang haben, auf der Suche nach einem Partner weite Strecken zurückzulegen, reduziert sich die Gefahr, überfahren zu werden und es kommt seltener zu Verletzungen durch Revierstreitigkeiten.

Aus all diesen Gründen setzt sich die Bundestierärztekammer seit Jahren für eine Kastrationspflicht von Freigängerkatzen ein. Ein gutes Beispiel ist hier das sogenannte „Paderborner Modell“: Als erste deutsche Kommune verabschiedete die Stadt Paderborn 2008 eine ordnungsbehördliche Verordnung, die Halter von Freigänger-Katzen und Menschen, die verwilderte Katzen regelmäßig füttern, zur Kastration und Kennzeichnung der Tiere verpflichtet.

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13.07.2012   Information der Tierärztekammer Niedersachsen über die Kastration von Katzen

Katzenleid— Der Mensch ist schuld!

Verantwortungslose Menschen kümmern sich nicht um ihre Katzen oder setzen sie aus, was gesetzeswidrig ist. Die Folge: verwilderte Katzen, die sich unkontrolliert fortpflanzen und unter erbärmlichen, tierschutzwidrigen Umständen ihr Leben fristen müssen. Eine einzige Kätzin hat nach zwei Jahren über 30 Nachkommen! Katzenwelpen kommen oft schon krank zur Welt, ohne Chance zu überleben.

Hunger, Infektionskrankheiten und massiver Parasitenbefall gehören zum traurigen Alltag frei lebender Katzen, die bei vielen Menschen Mitleid und den Wunsch erwecken zu helfen. Auf der anderen Seite gibt es Bürger, die sich belästigt fühlen und solche, die auf grausame Art die Tiere verletzen oder töten.

Aus diesem Grund fordert die Tierärztekammer Niedersachsen die Kastration von Katzen. Diese Maßnahmen ist die allerbeste Möglichkeit, Katzenleid zu verringern und somit die effektivste Art von praktiziertem Tierschutz!

Die Tierärztekammer bietet dazu einen Flyer „Katzenjammer muss nicht sein“ als Gratis-Download an.

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