Infos rund um die Katze

In dieser Rubrik haben wir viel Wissenswertes über die Katze zusammen getragen. Wir haben uns bemüht, dass aus unserer Sicht Wichtigste herauszustellen. Die 1. und 2. Vorsitzende des Vereins haben ein zweijähriges Studium über die Katze (Psychologie/ Verhaltensforschung und Homöopathie) erfolgreich abgeschlossen und wollen dieses Wissen gerne weitergeben. Außerdem fließen viele persönliche Erfahrungen mit ein, die man im langjährigen Zusammenleben mit Katzen gemacht hat. Wir berichten über Krankheiten, Verhaltensweisen, Fütterung und vieles mehr. Ihnen als interessierten Lesern wünschen wir, dass wir ihnen mit dieser Rubrik viel über das Wesen der Katze mit auf dem Weg geben können. Wir haben die Informationen nach Alphabet geordnet.

Anschaffung einer Katze

Was ist alles zu bedenken, bevor man sich entschließt mit einer Katze zusammen zu leben?

Zunächst ist zu sagen, dass Katzen sehr alt werden können. Ein Alter zwischen 16 und 20 Jahren ist keine Seltenheit. Obwohl ein recht „robustes“ Tier (vor allem die europäisch Kurzhaar, mit der man es im Tierschutz in erster Linie zu tun hat), werden natürlich auch diese Katzen krank. Gerade im Alter stellen sich, wie bei allen anderen Lebewesen auch, diverse Zipperlein ein. Ein Tierarztbesuch kann dann unter Umständen recht teuer werden. Auch die erforderliche Kastration der Katze, sobald das Tier geschlechtsreif ist, muss bedacht werden. Jährliche Impfungen, zumindest gegen Katzenseuche und Katzenschnupfen, sind anzuraten. Hinzu kommen Kosten für Futter, Katzentoilette und Streu, Kratzbaum und diverse Kosten für Spielzeug etc.

Fährt man in Urlaub, sollte man unbedingt vorher klären, wer sich um das Tier in seiner Abwesenheit kümmert. Überhaupt das „Kümmern“, obwohl ein großer Individualist genießt die Katze die tägliche Schmusestunde mit ihrem persönlichen Dosenöffner sehr. Eine Katze kennt keinen Sonntag und Feiertag, sie muss jeden Tag versorgt werden. Katzen sind Gewohnheitstiere und haben es gerne, wenn alles das, was mit ihnen zu tun hat, in einer gewissen Regelmäßigkeit passiert. Auf eine sorgfältige Reinigung der Katzentoilette sollte man unbedingt achten, die Fellnasen mögen eine schmutzige Toilette gar nicht. Ist man bereit, dass alles auf sich zu nehmen, stellt sich gleich die nächste Frage, 1 oder 2 Katzen? / Katzenwelpe oder erwachsenes Tier?

Entscheidet man sich für ein erwachsenes Tier, dann kann man in der Regel gleich feststellen, ob der Charakter der Katze zu einem passt. Die Katze ist dann sowohl körperlich wie auch mental ausgereift. Und da eine Katze auch mit 3 oder 4 Jahren noch jung ist, hat man noch für lange Zeit einen Wegbegleiter. Entscheidet man sich für einen Katzenwelpen, dann ist es schwierig voraus zusagen, wie das Tier sich entwickelt. Katzenwelpen sind im Allgemeinen immens übermütig, neugierig und lebendig. Auch das sollte man berücksichtigen. Wichtig ist, dass man die Jungtiere solange wie möglich bei der Mutterkatze lässt, ideal sind 12 Wochen. Sie lernen in der Zeit von Mutti alles, was für ein Katzenleben wichtig ist. Will man eine Katze nur für die Wohnung, dann ist es ideal gleich zwei Wurfgeschwister zu nehmen. Ob Kater oder Katze ist meines Erachtens nach nicht so relevant. Man sagt Kätzinnen zwar nach, dass sie zickiger sind und Kater dafür schmusiger, ich selbst habe aber die Erfahrung gemacht, dass das oft genau umgekehrt ist. Katzen sind große Individualisten und es ist natürlich auch spannend, die Entwicklung so einer Persönlichkeit mitzuerleben.

Will man generell nur eine Katze, dann ist es zu begrüßen sich ein Tier aus dem Tierheim zu holen, das mit seinen Artgenossen nicht klar kommt. Eine wichtige Vorraussetzung dafür ist aber, dass die Katze einen Zugang nach draußen erhält. Kann man das Tier nur in der Wohnung halten und arbeitet den ganzen Tag, dann sollte man sich gar kein Tier anschaffen. Vielleicht hat man ja dann die Möglichkeit, einmal in der Woche in ein nahe gelegenes Tierheim zu fahren und die Katzen dort zu beschmusen.

Falls sie eine Rassekatze bevorzugen sollten sie sich unbedingt an einen seriösen Züchter wenden. Im Tierschutz wird meist nur die „normale Hauskatze“, sprich europäisch Kurzhaar vermittelt (mein persönlicher Favorit, aber wie gesagt, das ist meine Meinung). Die gibt es so ziemlich in fast allen Farben und Gewichtsklassen. Was die Farbe angeht, tun sie mir den Gefallen und entscheiden sich intuitiv. Meist sind die schwarzen und schwarz-weißen „Ladenhüter“ und das wird ihnen einfach nicht gerecht. Ich selber habe drei Schwärzlinge und das sind allesamt kleine Panther und meine 3 schwarz-weißen, allesamt Kater, sind ein tolles Trio, jeder trägt seine weißen Abzeichen anders. Ich konnte nicht feststellen, dass die Farbe, egal ob rot, bunt, schwarz oder grau keinen Einfluss auf den Charakter hat. Vorsicht ist allein bei weißen Katzen geboten, die leider durch einen Gendefekt häufig taub sind. Wenn man sich für so ein Tier entscheidet, sollte der Garten unbedingt katzensicher eingezäunt sein, damit die Tiere ungefährdet Ausgang genießen können.

Einzelgänger Katze

Die Frage ist mit einem „klaren“ Jein zu beantworten. Grundsätzlich sind alle Katzen mal gerne alleine unterwegs. Wenn sie auf der Jagd sind sowieso und häufig auch auf Erkundungstour. Es gibt auch Katzen, die generell gerne alleine sind und mit ihren Artgenossen nicht soviel am Hut haben. Viele Katzen, gerade auf Bauernhöfen leben aber in Familienverbänden zusammen. Auch finden sich auf Futterstellen immer mehrere Katzen ein, die auf Jahre hin dort gemeinsam fressen. Kater tun sich zu regelrechten Bruderschaften zusammen und ziehen gemeinsam „ um die Häuser“ (Paul Leyhausen hat das ganz toll beschrieben). Bei meinen eigenen Katzen kann ich ganz klar beobachten, dass es sehr soziale Tiere gibt, aber auch absolute Einzelgänger. Ich habe einen Kater, den ich versuche weitestgehend im Haus getrennt von den anderen zu halten, da er regelrecht auf Ärger aus ist (das interpretiere ich natürlich hinein, der Kater ist einfach ein solitäres Wesen). Im Großen und Ganzen muss man in einem Mehrkatzenhaushalt darauf achten, dass die Chemie zwischen den Tieren stimmt und dass jede Katze die Möglichkeit zum Rückzug hat. Jedes Tier braucht sein Heim erster Ordnung. Davon, 10 Katzen und mehr auf Dauer zusammen auf 50 qm zu halten, ist dringend abzuraten. Die Tiere haben Stress und das Ganze ist tierschutzwidrig. Wenn man sich für ein Leben mit mehreren Katzen entscheidet lässt man am besten die Katzen selber entscheiden, was passt oder nicht passt. Im Tierschutz ist das leider nicht immer möglich und man steht dann vor einer ziemlichen Herausforderung. Besonders schwierig ist es erwachsene weibliche Tiere aneinander zu gewöhnen, aber wie gesagt, die Katze ist prinzipiell kein Einzelgänger und mit etwas Geduld erreicht man viel. Hat man einen totalen Einzelgänger, muss man auf weitere Katzen verzichten.

Fütterung der Katze

Zur Fütterung ist generell zu sagen, dass Katzen Carnivoren sind, also Fleischfresser. Im Gegensatz zu Hunden die, durch Jahrtausende der Domestikation, zum Allesfresser wurden, ist eine vegetarische/vegane Fütterung für Katzen nicht zu empfehlen.

Optimal wäre es, seine Katze mit rohem Frischfleisch zu ernähren (z.B. Pute, Huhn mit Haut und Knochen, Herz, Lunge, Niere). Nur Muskelfleisch ist, aufgrund seines hohen Phosphorgehalts, auf Dauer für die Nieren schädlich. Leber und Fisch sollten Katzen nur einmal in der Woche bekommen, sie nehmen sonst zuviel Vitamin A auf, was sich auf die Gelenke und Knochen auswirkt. Es kommt dann zu einer Gelenkversteifung durch Knochenrückbildung und Knochenwucherung.

Wem das zu umständlich ist, der kann natürlich auf qualitativ hochwertige Katzenfertignahrung zurückgreifen (zeichnet sich durch einen hohen Fleischanteil aus) da ist alles drin, was die Katze zum Leben benötigt. Ein Problem, dass sich bei Katzenbesitzer immer wieder einstellt ist die Tatsache, dass viele Katzen sehr mäkelig mit ihrem Futter sind. Da kann es passieren, dass man 3 verschiedene Döschen aufmacht bevor sich die „Dame“ oder der „Herr“ zufrieden zeigt. Was zwischendurch immer gerne genommen wird und was man auch bedenkenlos geben kann, ist ein Eigelb oder Quark. Nicht so gut ist Billigfutter, der Fleischanteil darin ist viel zu gering und das Ganze ist mit zuviel Getreide sowie Zucker/Caramel versetzt.

Wenn sie Freigänger haben, die sich draußen auch ihre Mäuse fangen können, dann mag so eine Dose mal als Notnagel gehen, ideal ist es aber nicht. Ausschließlich gutes Trockenfutter (da unbedingt auch auf den hohen Fleischanteil achten) ist nur dann eine gute Lösung, wenn gewährleistet ist, dass die Katze ausreichend trinkt. Bei zu wenig Flüssigkeitszufuhr schädigt es sonst auf Dauer die Nieren. Komplett verboten ist rohes Schweinefleisch, dadurch kann die Aujeszky“sche Krankheit übertragen werden, die meist tödlich verläuft.

Frisches Wasser sollte jeder Katze ständig zur Verfügung stehen. Auch da haben Katzen ihre besonderen Vorlieben, manche trinken gerne Regenwasser oder Wasser aus der Gießkanne, andere bevorzugen Kristallschalen, einige meiner eigenen Katzen trinken gleich aus dem Wasserhahn. Wenn man sein Tier beobachtet, weiß man ganz schnell, was sie möchte. Frische Kuhmilch bitte nicht geben, sie löst durch den vorhandenen Milchzucker (Laktose) häufig Durchfall aus. Besser ist spezielle Katzenmilch, die man mittlerweile im Handel überall kaufen kann.

Geschichte der Katze

Normalerweise ist es so, dass der Mensch durch gezielte Zucht aus Wildtieren Haustiere gemacht hat. Das geschieht über sehr viele Generationen hinweg (Hund, Ziege, Schaf, Pferd etc.) Die Eigenschaften des Wildtieres werden, zum Nutzen des Menschen, verdrängt und verändert. Die Katze kam erst sehr spät dazu, die frühesten Nachweise von zahmen Hauskatzen sind nur 3500 Jahre alt.

Unsere Hauskatze, so wie wir sie kennen, stammt von der nordafrikanischen Falbkatze ab, die Katze selbst hat wohl im alten Ägypten, durch die gefüllten Kornkammern und die dadurch reichlich vorhandenen Mäuse, die Nähe des Menschen gesucht. Wahrscheinlich ist das auch der Grund, warum ausgerechnet die Falbkatze Stammmutter unserer Katzen wurde. Als der Mensch erkannte, wie effektiv die Katze bei der „Mäusevernichtung“ arbeitete, versuchte er sie mittels Futtergaben in seiner Nähe zu halten. Die Katze blieb aber, über die Jahrhunderte hinweg, unabhängig. Zwar entstanden durch Mutationen verschiedene Fellfarben und Längen, aber so richtig verändert hat sich das Erscheinungsbild unserer Hauskatze von dem der Falbkatze nicht. Die meisten gezüchteten Katzenrassen, so wie wir sie heute kennen, sind kaum älter als 100 Jahre.

In ihrem Ursprungsland Ägypten galt die Katze als heilig, und es gab sogar eine Göttin, die ihr geweiht war, „Bastet“. Nach Europa kam die Katze erst spät und zwar um 500 vor Christi. Zunächst nach Griechenland, wenig später dann auch nach Italien. Es dauerte ein bisschen bis die Katze dem Frettchen, das ursprünglich von den Römern zur Mäusevertilgung gehalten wurden, den Rang abgelaufen hatte.

Ihr Siegeszug ging dann aber durch ganz Europa. Im beginnenden Mittelalter durchaus noch geschätzt, veränderte sich die Lage für die Katze dann im späten Mittelalter drastisch. Durch Inquisition und Aberglaube setzte die Hexenverfolgung ein und mit ihr auch die gnadenlose Nachstellung der Katze. Sie wurde als Höllentier angesehen, hatte doch die germanische Göttin Freia eine Waldwildkatze an ihrer Seite. Die christliche Kirche wandte sich vehement gegen die in der Bevölkerung noch vorhandene Verehrung der alten Götter. Zudem war die Katze nachtaktiv, ihre Augen leuchteten im Dunkeln und ihr unergründlicher Blick konnte nur bedeuten, dass sie mit dem Teufel im Bunde war. Katzen waren häufig Begleiter von Frauen, die sich wiederum für die Kirche verdächtig machten, weil sie im Wald Kräuter sammelten. So wurden tausende von Frauen (und auch Männer) mit ihren Katzen auf dem Scheiterhaufen verbrannt. Die großen Pestepidemien im 17. Jahrhundert sind eine Folge davon, weil man die Katze drastisch dezimiert hatte. Zum Glück sollte sich das dann im 18 Jahrhundert wieder ändern und heute ist die Katze in Deutschland das beliebteste Haustier.

Trotz allem hängt der Katzen immer noch ein wenig Aberglaube an. Für uns ist es sehr schwierig schwarze Katzen zu vermitteln, da viele Leute sie als Unglücksboten sehen, in England ist das übrigens genau umgekehrt, dort gelten sie als Glücksbringer.

Eine persönliche Anmerkung noch: Die Katze stammt, wie sie gelesen haben, aus Nordafrika und lebt noch nicht so lange in unseren Breitengraden. In Nordafrika sind die Tage trocken und heiß und die Nächte kalt und trocken. Das Wetter bei uns in Mitteleuropa ist sehr feucht, auch die Winter sind nass und kalt. Zwar ist es uns gelungen, die Katze gentechnisch dahingegen zu verändern, dass sie wesentlich eher als ihre Stammmutter, die Falbkatze,  geschlechtsreif wird (die Hauskatze oft schon mit 5 Mon., die Falbkatze mit 1 Jahr, Kater noch später) und das sie im Gegensatz zur Falbkatze 2-3mal im Jahr bis zu 6 Welpen wirft (die Falbkatze meist nur einmal im Jahr), haben wir es aber nicht geschafft, ihr ein Wasserresistentes Fell anzuzüchten. Unsere Winter sind für die frei lebende Katze fatal. Im Gegensatz zu unserer heimischen Wildkatze (im Übrigen ein Waldbewohner) setzt unserer Hauskatze die nasskalte Witterung enorm zu. Die Tiere werden buchstäblich nass bis auf die Haut und frieren erbärmlich. Späte Würfe im Oktober/November haben wenig Überlebenschancen. Auch verzieht sich die Hauptnahrung der frei lebenden Katze, nämlich die Mäuse, im Winter unter die Erde. Das wird gerne vergessen, wenn es heißt, die Katze kommt draußen alleine klar, das kommt sie Winter eben nicht, weil sie für unsere Witterungsverhältnisse nicht angepasst ist. Sie sollte zumindest immer einen Unterschlupf haben, der trocken und windgeschützt ist und zumindest einmal am Tag vernünftig gefüttert werden.

Hund und Katze; natürliche Feinde?

Dazu ist zunächst zu sagen, dass Katzen und Hunde keine Feinde im klassischen Sinne sind, sondern sie sind Nahrungskonkurrenten. Da es in menschlicher Obhut nicht nötig ist, sich ums tägliche Futter zu prügeln, können die beiden so unterschiedlichen Tierarten Freunde fürs Leben werden. In unserem Verein haben fast alle Hund und Katze und das klappt prima. Ich selbst habe noch nie Probleme damit gehabt, obwohl ich seit 24 Jahren beide Tierarten halte. Natürlich gibt es einiges zu bedenken. Am besten ist es Hund und Katze als Jungtiere zusammen zu bringen. Sie sprechen zwar eine verschiedene Sprache, lernen aber ganz schnell die jeweils Andere. Hunde sind Rudeltiere und hören auf einen „Boss“. Katzen sind Individualisten und machen ihr eigenes Ding. Wenn der Hund mit der Rute wedelt, freut er sich, wenn die Katze mit ihrem Schwanz peitscht dann ist höchste Vorsicht geboten. Bei mir ist es so, das generell die Katzen das sagen haben und die Hunde die Katzen mit in ihr Rudel aufgenommen haben und sie sogar auf sie aufpassen. Das sieht dann so aus, dass unser Doberman den Katzen an seinem Napf den Vortritt lässt und der gemütliche Retriever seine Freundin, die Katze, gegen einen Fremdhund auf dem Grundstück verteidigt. Hunde die an Katzen gewöhnt sind, kann man auch prima in einen Katzenhaushalt einführen, wenn sie schon älter sind. Problematisch wird es, wenn beide Tierarten schon älter sind und nie Kontakt zueinander hatten, oder wenn die Katze schlechte Erfahrung mit Hunden gemacht hat. Ein großes Problem sind auch die Hunde,die gebilligt vom Halter, ihren Jagdtrieb bei Katzen auslassen dürfen. Leider häufig unter so genannten Jagdhunden zu finden. Wobei ich aber auch Jäger kenne, die beide Tierarten halten und auch das klappt prima. Meist ist diese „erbitterte Feindschaft“ sowieso Menschengemacht, wie so viele Probleme, die angeblich die Tiere machen. Ein Säugetier verhält sich in der Regel immer so, wie es für seine Art typisch ist. Eine große Ausnahme ist da der Mensch, mit seinem unberechenbaren und inkonsequenten Verhalten.

Katzenkrankheiten

Zum Glück ist an der europäisch Kurzhaar in der Zucht wenig verändert worden, so dass diese Katzen noch sehr nahe am Ursprung und in der Regel recht robust sind.

Trotzdem kann sie natürlich auch krank werden. Hier sind nur einige der wichtigsten Katzenkrankheiten aufgelistet. Wenn in den Textpassagen in der „Ich-Form“ geschrieben wird, dann verbirgt sich dahinter in der Regel die 1. Vorsitzende des Vereins.

Es gibt natürlich wesentlich mehr Krankheiten, die eine Katze im laufe ihres Lebens bekommen kann. Was hier zusammen gestellt ist, beruht auf Erfahrungswerten mit den eigenen Katzen und aus langjähriger Tierschutztätigkeit. Es ist eine Zusammenfassung von den Krankheiten, mit denen wir in den letzten 30 Jahren immer wieder konfrontiert wurden.

FeLV/ felines Leukämievirus/Leukose:

Man geht davon aus, dass 5-10 Prozent aller Katzen in Europa den Virus in sich tragen. Da das Virus in der Lage ist auch Tumore an den lymphatischen Organen (Leukosen) auszulösen, wird es häufig auch als Leukose bezeichnet. FeLV infizierten Katzen merkt man es häufig gar nicht an, dass sie infiziert sind. Die Katze hat vielleicht mal Fieber gehabt, dass man gar nicht bemerkt hat. Es kann Jahre dauern bis es zum Krankheitsausbruch kommt. Die Tiere leiden dann an Blutarmut oder Blutgerinnungsstörungen, haben Tumore an den blutbildenden Organen, massive Durchfallerkrankungen, Entzündungen der Niere, eine Schwächung des Abwehrsystems und begünstigen damit die Ansteckung mit weiteren Infektionskrankheiten. Festgestellt werden kann der Virus durch einen Bluttest. Eine vorbeugende Impfung ist jedoch möglich. Die Übertragung findet durch engen Kontakt mit infizierten Tieren statt, Hauptansteckungsquelle ist infektiöser Speichel. Viele der Tiere sind nach einer Ansteckung aber in der Lage, sich mit dem Virus erfolgreich auseinander zu setzen. Nur bei einem Drittel der infizierten Tiere wird der Erreger ein Leben lang ausgeschieden. Am gefährlichsten ist der Virus für Welpen und chronisch kranke und alte Tiere.

FIP/Feline infektiöse Peritonitis:

Verursacher ist der bei allen Feliden vorkommende Coronavirus. Ein an sich relativ harmloser Virus, der aber durch genetische Wandlung zum Bösartigen mutiert. Die Ansteckung erfolgt über infizierte Tiere, die zwar selber keine klinischen Symptome zeigen, aber das Virus über den Kot ausscheiden. Ausgelöst wird die Krankheit durch Stress und durch eine Schwächung des Immunsystems. Es gibt einmal die nasse Form, dort kommt es zu wässrigen Ergüssen in der Bauch- oder Brusthöhle. Die Tiere sind schwach, haben Fieber, magern ab. Haben aber eine Umfangvermehrung des Bauches. Nach Rücksprache mit dem Tierarzt hilft da nur ein Erlösen des Tieres. Bei der trockenen Form gibt es mehrere Krankheitsanzeichen, einmal Bewegungsstörungen bis hin zu Lähmungen, Schwäche, Fieber, spezielle Veränderung an Leber, Niere, Darm etc., Orientierungslosigkeit, Veränderungen an den Augen u. a. Ablagerungen in den vorderen Augenkammern. Man kann seine Katze über die Nase impfen lassen, was aber fatal wird, wenn die Katze bereits Träger des Corona-Virus ist, dann begünstigt man den Krankheitsausbruch. Leider ist ein Nachweis von FIP Antikörpern im Blut nicht sehr aussagekräftig, weil damit nicht ausgesagt wird, ob die Katze den Virus in sich trägt, sondern nur, ob sie mit ihm schon in Berührung gekommen ist. Auch eine Kotuntersuchung ist nur dann sinnvoll, wenn die Katze den Virus grade ausscheidet. Viele Katzen entwickeln mit der Zeit eine natürliche Immunität gegen diesen Virus. Ich selbst habe drei Geschwister hier (1 Kater, 2 Katzen), allesamt Träger des Virus, über den Kot nachgewiesen. Die 3 sind jetzt 2 Jahre alt und leben auch fast so lange bei mir. Obwohl der Virus bei dem Kater letztes Jahr massive Lähmungserscheinungen ausgelöst hat, geht es ihm heute wieder bestens. Wichtig ist die Tiere absolut stressfrei zu halten und das Immunsystem z.B. homöopathisch zu unterstützen.

FIV/ Felines Immunschwächevirus/Katzenaids:

Dieser Virus ähnelt dem menschlichen HIV Virus. Die Inkubationszeit kann Monate und Jahre dauern. Er wird hauptsächlich durch Bisse (Revierkämpfe) oder beim Deckakt übertragen. Wie der Name schon sagt ist es eine Viruserkrankung, die dass Immunsystem lahm legt. Typische Krankheitsanzeichen sind ein schlechter Allgemeinzustand, Abmagerung, Fieber, Zahnfleischentzündung, Blutarmut, Durchfall und Vergrößerung aller Lymphknoten. Die Krankheit ist durch einen Bluttest nachweisbar. Es gibt leider keine Impfung dagegen. Ein Todesurteil ist es aber nicht. Wichtig ist, dass das betroffene Tier kastriert ist und stressfrei lebt. Homöopathisch kann man einiges tun, um das körpereigene Immunsystem zu unterstützen und die Virusvermehrung zu hemmen. Eine Heilung gibt es allerdings nicht. In meinem Haushalt hat ein ca. 10 Jahre alter FIV positiver Kater noch 6 Jahre beschwerdefrei gelebt, bevor die Krankheit ausbrach und er erlöst werden musste.

Katzenseuche/Panleukopenie:

Die Katzenseuche ist eine Virusinfektion des Verdauungstraktes. Sie ist hoch ansteckend und geht einher mit Fieber, Nahrungsverweigerung, Durchfall, Erbrechen, häufig vermehrtem Speichelfluss und extremer Passivität. Sie endet oft tödlich. Man kann dem aber vorbeugen, indem man sein Tier (frühestens mit 8 Wochen) dagegen impfen lässt.

Katzenschnupfen:

Der „Fluch“ fast aller Tiere, die auf der Straße leben. Ursache sind Calici- und Herpesviren. Katzenschnupfen kann einen ganzen Komplex mit sich ziehen (Sekundärinfektionen) und ist durch Tröpfcheninfektion, aber auch durch verunreinigte Gegenstände ansteckend. Die Tiere haben häufig Ausfluss aus Nase und Maul, Mandelentzündung, Perforationen in der Zunge und Husten. Die Augen sind vereitert und verklebt, die Hornhaut entzündet. Dies kann im fortgeschrittenen Stadium dazu führen, dass sie die Sehkraft verlieren. Wir hatten auch schon einzelne Tiere, denen operativ ein Auge entfernt werden musste. Auch nach völliger Genesung muss mit Spätfolgen gerechnet werden, meist Schübe einer wässrigen bis eitrigen Bindehautentzündung. Eine Impfung gegen Katzenschnupfen verhindert nicht 100%ig eine Ansteckung, aber der Krankheitsverlauf ist bei weitem abgeschwächter.

Niereninsuffizienz/Nierenschwäche:

Die Niereninsuffizienz ist eine der häufigsten Erkrankungen der Katze. Tierärzte haben mir das in vielen Gesprächen bestätigt. Mit steigendem Lebensalter tritt sie gehäuft auf. Das Problem ist, dass man erst relativ spät bemerkt, dass die Nierentätigkeit nachlässt, meist ist dann schon ein Dreiviertel der Nierenfunktion verloren gegangen. Die Tiere trinken viel, haben ein stumpfes, struppiges Fell, der Harnabsatz ist gesteigert, häufig mangelnder Appetit, Abmagerung, ein stechender Geruch aus dem Maul und Zahnfleischentzündung. Damit es gar nicht erst so weit kommt, sollte man spätestens ab dem 10ten Lebensjahr eine Altersvorsorgeuntersuchung durchführen. Da ich früher einige meine Tiere durch eine Nierenschwäche verloren habe, mache ich das mit meinen älteren kätzischen Mitbewohnern nun regelmäßig. Dabei wird der Katze Blut abgenommen und sämtliche Werte untersucht. Ich kann nur dazu raten, weil man bei veränderten Werten auf Diätfutter (eiweiß- und phosphorreduziert) umsteigen kann und der Katze dadurch ein längeres, leidensfreies Leben ermöglicht.

Steinbildung in Nieren und Harnwegen:

Meist kommen die Steine in der Harnblase vor, in der Niere wesentlich seltener. Die Katze scheidet im Urin Blut mit aus, es kann zu Harnblasenetzündung kommen mit gesteigerten Harndrang, häufig tröpfelt der Urin nur noch. Es ist wichtig, sofort den Tierarzt aufzusuchen, damit es nicht durch größere Steine zu einer Harnwegsverlegung kommt und dadurch zu einem Harnrückstau. Die Folge davon wäre eine Nierenschädigung. Die Steine entstehen durch Ausscheidung von Mineralsalzen über die Niere. Der Tierarzt wird in schweren Fällen größere Steine mit Ultraschall zertrümmern, in leichteren Fällen genügt der Umstieg auf ein Diätfutter, dadurch wird der Urin angesäuert zur Vermeidung von Neubildung von Steinen.

Tollwut:

Tollwut ist eine für viele Tiere und auch den Menschen tödlich verlaufende Krankheit. Sie wird über Biss- und Kratzwunden von einem Virus übertragen. Bei Ausbruch der Krankheit sind die Tiere im wahrsten Sinne des Wortes „tollwütig“. Hauptüberträger sind Füchse. Bei uns ist die Krankheit zum größten Teil durch breitflächige Impfaktionen von Füchsen eingedämmt. Wohnt man in der Nähe von einem Wald sollte man seine Katze auch impfen lassen, will man mit seinem Tier ins Ausland reisen, braucht man sowieso einen Nachweis der Tollwutimpfung.

Verschluss der Harnröhre:

Das kommt leider sehr häufig vor, betroffen sind vor allem Kater, Kätzinnen äußerst selten. Das liegt daran, dass Kater längere und engere Harnröhren als Katzen haben. Bei den Katern sind es dann wieder die übergewichtigen Wohnungstiere, die häufiger betroffen sind. Die Tiere versuchen vermehrt die Toilette aufzusuchen, es kommt aber nichts, bzw. nur Tröpfchen. Die Tiere belecken sich ständig den Penis, der Bauch ist aufgetrieben, die Blase prall gefüllt. Die Harnröhre ist verstopft mit Steinen, Blut, Eiweißgerinnsel oder organische Harnröhrenpfröpfe. Zeigt ihr Tier solche Anzeichen, sofort zum Tierarzt. Durch Harnrückstau kommt es innerhalb kürzester Zeit zu einer Harnvergiftung. Der Tierarzt wird einen Harnröhrenkatheter setzten und krampflösende Medikamente geben. Meinen ersten Kater habe ich vor 30 Jahren an einer Harnröhrenverstopfung verloren, heute ist die Medizin zum Glück fortgeschritten. Bekommt der Arzt durch den Katheter den Harnweg nicht frei, kann man eine Penisamputation vornehmen lassen. Der Penis wird dabei entfernt, die Harnröhre begradigt und eine künstliche Harnröhrenöffnung geschaffen. Spike, ein in unserem Haushalt lebender fünfjähriger Kater hat die OP letztes Jahr sehr gut überstanden. Er erfreut sich (quasi jetzt als Mädchen) bester Gesundheit. Natürlich auch bei Harnröhrenverschluss auf Diätfutter umsteigen und darauf achten, dass das Tier nicht zu dick wird.

Zahnerkrankungen:

Ein ganz besonderes Kapitel sind die Zahnerkrankungen. Wir haben es im Tierschutz immer wieder mit jungen Katzen zu tun, die auf Grund von Mangelernährung bereits im Mutterleib, schon sehr früh Zahnprobleme haben. Auch haben Katzen häufig eine konstitutionelle Anlageschwäche für Zahnstein und daraus folgende Krankheiten. Zahnstein sind bräunliche Ablagerungen (Einlagerungen von Kalksalzen) auf an den Zahnhälsen und auf den Zähnen. Rechtzeitig genug behandelt kann man eine schmerzhafte Zahnfleischentzündung (Gingivitis) vermeiden. Der Tierarzt kann häufig auch ohne Narkose den Zahnstein entfernen. Eine unbehandelte Zahnfleischentzündung zieht häufig eine Mundschleimhautentzündung (Stomatitis) nach sich. Das Zahnfleisch ist entzündet und geschwollen, es blutet, kommt noch eine Stomatitis dazu ist die ganze Mundhöhle entzündet und meist vereitert. Begünstigt wird das Ganze durch Bakterien und/oder Viren. Krankheiten wie Katzenseuche, Leukose oder Katzenaids rufen auch solche Symptome hervor (durch das gestörte Immunsystem). Häufig verlieren solche Katzen früh ihre Zähne, das ist aber kein Problem, sie glauben gar nicht, was eine Katze ohne Zähne noch alles kauen kann. Unternimmt man nichts, setzt man das Tier großen Schmerzen aus und durch die Keime, die ständig verschluckt werden, schädigt man auf Dauer die Nieren der Katze. Regelmäßige Kontrolle der Zähne ist also sehr wichtig, man merkt es dem Tier leider erst zu spät an (die Katze frisst nicht mehr, speichelt, nimmt ab). Wir haben in unseren Reihen einige Minitiger, die zwar noch relativ jung, kaum noch Zähne haben, das tut ihrer Lebensqualität keinen Abbruch.

Körperbau der Katze

Die Katze ist perfekt für die Jagd ausgestattet, dementsprechend sind auch ihre körperlichen Merkmale. Ihr relativ kurzer Kiefer ist mit 30 Zähnen ausgestattet, sie hat 16 im Oberkiefer und 14 im Unterkiefer, dabei haben sie 12 Schneide-, 4 Reiß- und 14 Backenzähne. Das Katzengebiss ist perfekt auf Fleischnahrung ausgerichtet. Mit den langen Eckzähnen halten sie ihre Beute fest und töten sie. Die Reißzähne (Backenzähne) arbeiten wie eine Schere, damit schneidet die Katze Fleischstücke aus der Beute.

Ihr Skelett mit 244 Knochen und 500 Muskeln macht sie sehr schnell und flexibel, da Katzen aber nur ein relativ kleines Herz und kleine Lungen haben, ist sie keine Langstreckenläuferin. Eine Katze ist enorm schnell auf kurzen Strecken, so macht sie auch ihre Beute. Die Muskeln einer Katze sind immens kräftig, was ihr erlaubt sehr hoch zu springen und zu klettern. Das Skelett, vor allem das Rückgrat, sowie Schulter und Beckengürtel sind enorm flexibel (versuchen sie mal eine Katze festzuhalten, wenn die Katze das nicht will…). Die Schlüsselbeine der Katze sind teilweise verknorpelt. Die Katze kommt auf leisen Pfoten daher, an den Vorderpfoten hat sie 5, an den Hinterpfoten 4 Zehen. Bewehrt sind die Pfoten mit scharfen Krallen, die die Katze einziehen kann. Die Krallen eigenen sich hervorragend um die Beute festzuhalten und wachsen immer nach.

Kinder und Katzen

Um gleich mit der Tür ins Haus zu fallen, es ist ein absolutes Ammenmärchen, dass man sich von seiner Katze trennen muss, weil ein Baby unterwegs ist. Die Katze wird sich weder auf das Kind legen, noch wird sie es kratzen oder beißen und bei vernünftiger Hygiene sind die Haare auch kein Problem.

Als ich (1.Vorsitzende) mit meinem Sohn schwanger war lag mein damaliger Kater immer bei mir auf dem Bauch, hat sich durchkraulen lassen und es sich laut schnurrend gut gehen lassen. Meinen Sohn hat dann, nach seiner Geburt, das schnurren des Katers immer wieder beruhigt, wenn er weinte. Je unaufgeregter und normaler man alles laufen lässt, umso besser klappt die Gewöhnung. Man darf die Tiere nicht aufs Abstellgleis schieben und muss sie einfach an allem teilhaben lassen (dies gilt natürlich auch für Hunde). Wenn die Kinder so groß sind, dass sie die Katzen greifen können, ist man erstaunt was sich so eine Katze von so einem kleinen Erdenbürger alles gefallen lässt, wenn es ihr zu bunt wird, dann sucht sie sich eh einen sicheren Ort. Die Kinder müssen natürlich ihrerseits frühzeitig lernen, dass ein Tier kein Spielzeug ist, sondern ein lebendiges Wesen mit allen Empfindungen. Mein Sohn ist heute selber Papa und hat 2 Katzen und auch das ist überhaupt kein Problem. Wenn die Kinder älter sind lernen sie frühzeitig Verantwortung für ein Lebewesen zu tragen und für die soziale Entwicklung ist ein tierischer Kumpel ein Gewinn. Nicht umsonst sind Therapien mit Tieren so erfolgreich und das nicht nur bei Kindern, sondern auch bei alten Menschen, Menschen mit Behinderungen oder Strafgefangenen.

Mensch und Katze

Kaum ein Tier ist so eigenwillig und individuell wie die Katze. An ihrem Menschen schätzt sie, das er ihr zu Diensten ist. Belohnt werden wir damit, wenn wir Glück haben, dass sie uns als Übermutter und so eine Art Artgenossen ansieht. Durch die Domestikation zeigt die Katze ihrem Menschen gegenüber ein Leben lang ein kindliches Verhalten. Der Mensch wird dabei als Mutter angesehen. Wir füttern die Katze und sie kommt uns dann schon mit aufgestelltem Schwanz entgegen. Die Katze sitzt auf unserem Schoß und macht voller Hingabe Milchtritt, dass ist genau das, was der Katzenwelpe bei seiner Mutter macht, um den Milchfluss anzuregen. Viele Laute mit denen sich die Katze sich mit uns unterhält, sind die gleichen, mit denen sie als Welpe mit ihrer Katzenmutter kommuniziert haben. Wir benehmen uns der Katze gegenüber natürlich auch wie ihre Mutter, wir füttern, streicheln sie und vertreiben ihre Feinde. Fast jeder Katzenbesitzer kennt aber auch die Situation, in der die Katze die Mutterrolle uns gegenüber übernimmt, wenn sie uns z.B. ihre Beute mit nach Hause bringt. Meine „Püppi“ hat mir mal voller Stolz eine Ratte präsentiert, die sie niedergerungen hatte, selbstverständlich habe ich sie gelobt, aber so ganz wohl war mir dabei nicht. Wahrscheinlich halten uns Katzen jagdtechnisch für absolute Stümper und wir können es als großen Liebesbeweis werten, wenn sie ihre Beute mit uns teilen. Manchmal kommt es auch zu Missverständnissen, wenn sie ihrer Katze ins Gesicht pusten, wird sie sich angefaucht fühlen und erschrecken, Nasenstüber empfindet sie als Bestrafung. Viele Katzen sind am Bauch kitzelig und mögen dort nicht so gerne gestreichelt werden. Oberstes Gebot ist, eine Katze nie gegen ihren Willen festzuhalten und sei sie noch so lieb. Sie können mir glauben, eine Katze kann zu einem 5fach bewaffneten, wendigen Krieger werden. Es ist leichter sich einen Bullterrier vom Hals zu halten, als sich einer in die Enge getriebenen Katze zu erwehren. Interessant ist auch, dass die Katze ein spezielles Repertoire an Wörtern benutzt um sich mit ihrem Menschen zu unterhalten. Wer genau hinhört, weiß was die Katze von einem will. Das reicht vom klassischen Miau über grummeln, plappern, fast gehörlosem piepsen bis hin zum schnattern. Ich führe mit meinen Katzen „richtige Dialoge“, ähnlich wie mit den Hunden. Meine Freundin hat ein Ritual mit ihrem Kater entwickelt, erst wird geplappert, dann der Schwanzansatz gekrault und dann erst gefressen. Die meisten Katzen sind auch sehr interessiert am Spiel mit dem Menschen (insbesondere Wohnungskatzen). Man braucht dafür kein teures Katzenspielzeug, eine Feder oder ein Kronkorken an einem Band leistet gute Dienste. Einer meiner Kater apportiert für sein Leben gerne sein Spielzeug mit gleichem Eifer wie unsere Hunde. Machen sie ihrer Katze die Freude, „hören“ sie ihr zu und nehmen sie sie ernst, sie werden überraschende Dinge entdecken. Eine Katze kann in jedem Lebensalter eine Bereicherung für einen sein.

Paarung und Trächtigkeit

Kleine Kätzchen sind entzückend, ganz ohne Zweifel, aber dieses Kapitel macht uns die meisten Kopfschmerzen. Katzen werden durchschnittlich mit 6 Monaten das erste mal rollig, der Kater wird meist etwas später geschlechtsreif. Man kann die Rolligkeit der Katze gar nicht übersehen. Das Tier reibt und rollt sich über den Boden, hebt den Po dabei an und gurrt und maunzt in allen Tonlagen. In dieser Zeit ist die Katze extrem anhänglich und launisch. Für die Kater ist die Katze jetzt hochinteressant. An ihrem Verhalten und am Geruch des Urins erkennen die Kater, dass die Katze paarungsbereit ist. Eine Katze die nicht gedeckt wird, kann dauerrollig werden. Im Allgemeinen werden Katzen aber 2 mal im Jahr rollig. Bei sehr milden Witterungen auch 3 mal. Die Kater sind „dauerbereit“, bei ihnen ist die Geschlechtsreife nicht zu „überriechen“. Es war mir schon immer ein Rätsel, wie man einen unkastrierten Kater in der Wohnung halten kann. Die Tiere fangen an, durch ihren Harn zu markieren und das riecht äußerst streng. Meist geschieht dies im Alter von 8 Monaten. Die Trächtigkeit der Katze dauert ca. 63 Tage. Erstes Anzeichen ist eine Rötung der Zitzen nach ca. 21 Tagen. Die Katze wird bis zum Ende der Trächtigkeit immer runder und am Schluss auch sehr unruhig, sie sucht dann einen geeigneten, ruhigen, etwas dunkleren Ort. Kurz vor der Geburt fängt die Mutterkatze oft an zu hecheln und der Milchfluss setzt ein. Die Geburt selbst „erledigen“ fast alle Katzen selber, Probleme haben nur die Rassen, die vom Menschen gen- bzw. zuchttechnisch völlig verändert wurden. Meist kommen 2-6 Welpen auf die Welt. Die Geburt kann ganz schnell gehen, kann sich aber auch Stunden hinziehen. Die Katze durchtrennt die Nabelschnur und leckt ihre Kleinen trocken. Katzenmütter sind sehr liebevoll und fürsorglich. In der Regel kümmert sich die Katze alleine um die Welpen, wir haben aber durchaus auch Kater erlebt, die ihr dabei zur Seite standen. Die ersten Tage bleibt die Mutter komplett bei ihren Welpen, die Kleinen kommen mit geschlossenen Augen auf die Welt und sind völlig hilflos. Sie sind auf ihre Mutter angewiesen, die ihnen Wärme und Nahrung gibt. Beim säugen schnurrt die Mutterkatze meist und die Kleinen geben piepsige Kontaktlaute von sich, die Toilette der Babys erledigt die Mutter, indem sie die Ausscheidungen weg leckt. Nach ca. 8/9 Tagen öffnen die Welpen ihre Augen, die Mutter entfernt sich jetzt auch schon mal für etwas länger vom Nest zur Nahrungsaufnahme, die ersten 4-5 Wochen bleibt sie aber immer in der Nähe. Die kleinen Kätzchen werden immer mobiler und nach etwa 24 Tagen kriechen sie auch schon mal aus dem Nest. Sie fangen jetzt auch langsam mit sozialen Spielen an, ab Ende der 4.Woche bringt die Mutter den Jungen eben getötete Beute mit, später auch lebende. Alles was ein junges Kätzchen für ein Katzenleben lernen muss, lernt es von seiner Mutter. Zwar fängt die Mutterkatze ab ca. der 8. Woche an, ihre Kleinen zu entwöhnen, aber sie haben mit ihrem Lernprozess noch längst nicht abgeschlossen. Ideal ist es daher, die Kleinen nicht vor der 12. Woche von der Mutter zu trennen. Dass im Tierschutz leider nicht immer möglich ist. Katzenmütter sind zwar sehr liebevoll können aber auch sehr autoritär sein, da setzt es auch schon einmal Hiebe. Es macht viel Spaß, den Kleinen beim Spielen zuzuschauen, am Anfang sind es soziale Spiele, später Spiele mit Objekten, unter der Anleitung ihrer Mutter lernen die Welpen alles über den Beutefang. Greift der Mensch nicht ein, bleiben die Kleinen manchmal länger als ein halbes Jahr bei ihrer Mutter, weibliche Tiere bleiben sogar oft ein Leben lang im Revier der Mutter und sie unterstützen sich gegenseitig bei der Jungenaufzucht. Das hört sich alles sehr idyllisch an, nur leider ist es so, das man, wenn man sein Tier nicht kastrieren lassen will, spätestens nach dem 2. Wurf nicht mehr weiß, wo man mit den Katzen hin soll. Häufig führt es dann dazu, dass die Mutterkatze unfreiwillig in die Freiheit entlassen wird, die Kleinen ausgesetzt werden oder man fährt ins nächstgelegene Tierheim. Beliebte Methoden sich der Kleinen zu entledigen sind auch heute noch (!) ertränken, erschlagen oder den Hund drauf hetzen. Das ist vom Tierschutzgesetz her zwar verboten, aber leider wird es viel zu wenig angeklagt. Die, die nicht getötet werden haben es häufig auch nicht viel besser, denn draußen weht sprichwörtlich ein rauer Wind. Viele Jungtiere überstehen ihren ersten Winter nicht, sie gehen an Krankheiten oder Parasiten zu Grunde, verhungern oder werden vergiftet, überfahren, gequält. Es ist ein trauriges Kapitel, einerseits des deutschen liebstes Tier, andererseits ein vom Hass verfolgtes Objekt. Deswegen kämpfen Tierschützer schon seit Jahren für eine Registrierungs- und Kastrationspflicht, um diese Zustände zumindest zu mildern.

Parasitenbefall

Abgesehen davon, dass Parasiten für das Tier unangenehm sind und das Immunsystem, sowie die Organe schädigen können, können fast alle Parasiten der Katze auch auf den Menschen übertragen werden!!!

Für sämtliche im Fell lebenden Parasiten werden auch so genannte Ungezieferhalsbänder angeboten. Davon raten wir ab!! Wenn die Katze damit irgendwo hängen bleibt kann das fatale Folgen haben, wir haben schon Katzen gehabt, die sich beim Befreiungsversuch stranguliert haben, bzw. mit der ganzen Vorderpfote noch im Band hingen. Bei manchen Tieren war das Band auch in die Haut eingewachsen, entsetzlich für das Tier.

Flöhe:

Die häufigsten Plagegeister sind Flöhe. Sie lösen durch ihren Stich Juckreiz und kleine schorfige Hautrötungen aus, viele Katzen haben heute eine Allergie gegen Flohbisse entwickelt, was dazu führen kann, dass die Tiere durch häufiges belecken und kratzen großflächig haarlos und mit blutigen Krusten bedeckt sind. Es gibt im Handel mittlerweile eine Menge flohwirksame Medikamente (zum Aufträufeln, baden, Puder, Spray). Ich selbst bevorzuge eine Spritze für meine Katzen, die es zweimal im Jahr beim Tierarzt gibt, sie hält immer jeweils sechs Monate vor. Das Mittel lagert sich, wie ein Depot, im Fettgewebe ab und wird von dort in die Blutbahn gegeben, dadurch wird der Fortpflanzungszyklus der Flöhe unterbunden. Hat man die Flöhe erstmal im Haus, wird es schwierig. Es ist unbedingt darauf zu achten, dass eine komplette Umgebungsbehandlung stattfindet, insbesondere Schlaf- und Ruheplätze. Ich habe schon Fälle erlebt, wo durch Flohbefall der Kammerjäger kommen musste, also rechtzeitig etwas unternehmen. Flöhe können Bandwürmer übertragen.

Zecken:

Zecken sind ebenfalls blut saugende Insekten, die die für den Menschen besonders gefährliche Borrieolose und Meningitis übertragen können. Bei der Katze entzündet sich häufig die Bissstelle. Die meisten Mittel gegen Flöhe helfen auch gegen Zecken, ich selber habe Glück, in unserer Gegend gibt es nicht so viele Zecken und ich sammele die wenigen, mit denen meine Tiere nach Hause kommen ab. Die Flohspritze wirkt nicht gegen Zecken!! Am besten entfernt man die Zecken mit einer Zeckenzange, indem man die Parasiten herausdreht.

Haarlinge:

Haarlinge sind Fellparasiten die von abgestorbenen Hautschuppen leben. Sie sitzen bevorzugt an Kopf, Hals und Rücken. Bei den Tieren lösen sie intensiven Juckreiz aus, was zu ekzemartigen Hautveränderungen führen kann. Die Übertragung erfolgt durch direkten Kontakt. Betroffen sind vor allen Dingen frei lebende, streunende Tiere, aber auch unterernährte Tiere aus vernachlässigter Haltung. Wir hatten schon ganze Familienverbände von der Strasse, die so befallen waren, dass wir sie scheren mussten. Im Normalfall genügt ein Präparat zum Aufsprühen oder aufträufeln.

Würmer:

Bei der Katze am häufigsten sind Spulwürmer und Bandwürmer. Bei starkem Spulwurmbefall sieht die Katze struppig aus, sie ist abgemagert und hat meist Durchfall. Im Kot, sowie auch im Erbrochenen können bis zu 10 cm lange, weiße, runde Würmer sein. Es kann durch Spulwürmer zu Darmverschluss und Lungenschädigung kommen. Betroffen davon sind in der Regel meist Jungkatzen, selten ältere. Übertragen werden die Würmer durch Beutetiere (z.B. Mäuse) oder über die Muttermilch. Gegen Würmer gibt es im Handel eine Menge wirksamer Präparate.

Beim Bandwurm gibt es seltener Gesundheitsstörungen, die Katze hat meist den so genannten Kürbis- oder Gurkenkernbandwurm. Er kann entzündliche Darmreizungen und Durchfall verursachen .Ein Erkrankungshinweis kann auch ein beidseitiger Vorfall des 3. Augenlids sein. Häufig werden einzelne Bandwurmglieder ausgeschieden, die reiskornartig aussehen. Ein für den Menschen sehr gefährlicher Bandwurm ist der Fuchsbandwurm, er ist aber bei der Katze sehr selten. Hauptendwirt ist der Fuchs, beim Menschen nisten sich die Finnen (ein Entwicklungsstadium des Bandwurms) u .a. in Leber, Lunge, Hirn ein.

Gegen Bandwürmer gibt es Präparate zum Spritzen, zum Aufträufeln und als Tabletten.

Giardien

Giardien sind einzellige Dünn und Dickdarmparasiten die recht hartnäckig sein können. Sie lösen intervallartige Durchfälle aus, manchmal schleimig und mit Blut durchsetzt. Es betrifft meist Jungtiere, Alttiere sind häufig symptomlos. Die Ansteckung erfolgt über den Kot infizierter Tiere oder durch verunreinigtes Trinkwasser. Begünstigt wird die Ansteckung durch ein geschwächtes Immunsystem. Giardien werden im Kot nachgewiesen, dagegen behandelt wird mit Tabletten oder Suspension

Ohrmilben:

Die Milben besiedeln den äußeren Gehörgang und die Ohrmuschel. Die Übertragung geschieht von Tier zu Tier oder über die Schlafplätze. Die Katzen haben eine bröckelige, braune Masse im Ohr, schütteln häufig den Kopf und kratzen sich. Milben können in schweren Fällen Mittelohrentzündung auslösen, das kann bis zur Taubheit führen. Häufig betroffen sind vernachlässigte oder frei lebende Tiere. Gegen die Milben kann man mit Salben oder Lotionen behandeln.

Qualzüchtungen

Hier wird ein unangenehmes Thema angesprochen, mit dem man sich bei Züchtern nicht unbedingt Freunde macht. Aber aus unserer Sicht werden diese Züchtungen dem eigentlichen Wesen der Katze nicht gerecht und schränken ihre normale Entwicklung zu ihrem Nachteil ein. Für uns als Tierschützer also ein wichtiges Thema, das wir hier, mit den uns bekannten Informationen, zur Diskussion stellen. In den letzten 100 Jahren ist, nicht immer zum Vorteil für die Katze, an ihr herummanipuliert worden. Zum Glück aber bei weitem mit noch nicht solchen gruseligen Folgen, wie sie bei vielen Hunderassen anzutreffen sind. Mit der ein oder anderen Rasse nähern wir uns dem aber an.

Da wäre zunächst die haarlose Sphynxkatze, gezüchtet für Allergiker. Das arme Tier ist völlig nackt, weiß das aber leider nicht. Katzen lieben die Wärme, so auch diese. Sie können sich vorstellen, was passiert, wenn sich so ein bedauernswertes Geschöpf in die Sonne legt. Ganz abgesehen davon hat die Katze ein Fell zum Schutz vor vielen Witterungseinflüssen, es ist unverantwortlich ihr das zu nehmen.

Eine weitere Horrorzüchtung ist die Perserkatze (und exotisch Shorthair) „Ohne Gesicht“. Bei diesen Tieren ist der Fang komplett weggezüchtet und die Tiere haben unproportional breite Gesichter. Die Folge davon ist eine funktionsgestörte Nase, eine gestörte Nahrungszufuhr, weil das arme Tier mit dem ganzen Gesicht im Futter hängt und Schwergeburten, weil die Welpen mit ihren großen Köpfen nicht mehr durch den Geburtskanal passen (und das bei einem so fruchtbaren Tier wie der Katze).

Dann haben wir da noch die Rexkatze. Ebenfalls ein Tier mit dünnem Haarkleid und ohne Schnurr/Tasthaare. Die Tasthaare sind aber für eine Katze überlebenswichtig, damit können sie ihre Beute vernünftig fressen. Sie ertasten damit nämlich, wie die Maus liegt, um sie dann in der richtigen Richtung zu fressen. Außerdem gelten sie als „Raumabmesser. Ganz abgesehen davon, dass sie ein wichtiges Ausdrucksmittel in der kätzischen Kommunikation sind.

Es gibt dann noch die so genannte Faltohrkatze, die Knickohren hat, das mag ja niedlich aussehen, ist für die Katze aber wenig schön. Man beraubt sie damit eines ihrer Ausdrucksmittel, am Ohrenspiel können andere Katzen genau ablesen, wie ihr Gegenüber gerade gestimmt ist.

Ein weiteres „Highlight“ ist die Manxkatze. Da hat man mit defekten Genen (wie bei den anderen, schon genannten Züchtungen übrigens auch) eine Katze ohne Schwanz gezüchtet. Der Schwanz ist aber der Stimmungsbarometer der Katze, an ihm kann man genau ablesen, wie die Katze gerade drauf ist, ganz abgesehen davon dient er beim springen als Steuer. Wir haben hier bei uns auch zwei Katzen ohne Schwanz, Mutter und Sohn. Die beiden haben ihren Schwanz durch Tierquälerei verloren. Für die Vermittlung ist das fatal, weil man die Beiden nur in einen Haushalt mit katzensicher eingezäunten Garten geben kann, da sie sonst ein willkommenes Opfer für andere Katzen oder evtl. Hunde sein könnten, da sie in ihrem Sprungvermögen sehr stark eingeschränkt sind.

Die Maine Coone Katze unterliegt dem Trend diese immer größer zu züchten. Im Ergebnis leidet das Tier dann schon nach 2-3 Jahren unter Arthrose bzw. HD.

Zuletzt ein Appell wieder an die Vernunft, wenn es also keine „normale Hauskatze“ sein soll, dann bitte unbedingt vorher genau über die Rasse informieren, für die man sich entschieden hat. Und wenn es denn eine Rassekatze sein soll, dann bitte nur über einem seriösen Züchter, der der Deutschen Rassekatzenunion angeschlossen ist. So ein Züchter sucht sich seine Katzen mit denen er züchtet verantwortungsvoll aus und vermeidet es, mit Tieren zu züchten, die einen Defekt oder eine Krankheit haben. Dort werden die Katzen nicht wie Gebärmaschinen gehalten, sondern bekommen einmal im Jahr im Haus, im Familienverband ihre Welpen.

Reisen mit der Katze; EU-Heimtierpass

Die Kennzeichnung im EU-Heimtierpass – Änderungen ab dem 3. Juli

Ein EU-Heimtierausweis darf nur als Reisedokument verwendet werden. Die Kennzeichnung von Hunden, Katzen und Frettchen muss gemäß Anhang Ib der Verordnung (EU) 438/2010 bzw. 998/2003/EG vor oder zeitgleich zur Impfung vorgenommen und eingetragen werden.

Die (lesbare) Tätowierung ist gemäß Art. 4 der Verordnung 998/2003/EG nur noch bis zum 2. Juli2011
eine zulässige Kennzeichnung. Für Neukennzeichnungen dürfen ab dem 3. Juli nur noch Transponder verwendet werden. Eine Tätowierung darf dann zum Eintrag in den Heimtierausweis nicht mehr vorgenommen werden. Transponder müssen der ISO-Norm 11784 (Lesegeräte der ISONorm 11785) entsprechen. Wenn der Reisende ein entsprechendes Lesegerät mitführt, werden weiterhin andere Transponder anerkannt.

Der Ablauf der achtjährigen Frist am 3. Juli heißt aber nicht, dass ab diesem Datum alle tätowiertenTiere mit einem Transponder nachgekennzeichnet werden müssen. Die Europäische Kommission hat am 1. Dezember 2010 mitgeteilt, dass eine deutlich erkennbare Tätowierung weiterhin als gültige Kennzeichnung gilt, wenn sie vor dem 3. Juli 2011 erfolgte.

Fragen und Antworten zum EU-Heimtierausweis für Reisen mit der Katze. Wer braucht den EU-Heimtierausweis? Personen, die mit einer Katze in einen anderen EU-Mitgliedstaat reisen wollen, benötigen seit dem 1. Oktober 2004 den EU-Heimtierausweis.

weitere Informationen…

Sinnesorgane einer Katze

Die Katze hat einige sehr herausragende Sinne, die auf uns Menschen fast ein bisschen unheimlich wirken. Einige Leute sprechen sogar von „übernatürlichen“ Fähigkeiten, das liegt natürlich immer im Sinne des Betrachters. Die Katze gehört zur Gruppe der Karnivoren/Fleischfresser, und ist für diese Aufgabe hervorragend ausgestattet.

Die Ohren der Katze:

Die Ohren der Katze funktionieren wie kleine Schalltrichter und nehmen jeden Laut in ihrer Umgebung war. Katzen hören besser als Hunde, sie können nah beieinander liegende Geräuschquellen unterscheiden und sie auch genau orten. Katzen hören in einem Frequenzbereich, der uns Menschen verschlossen bleibt, und zwar zwischen 35 und 65 kHz im oberen Bereich (mind. anderthalb Oktaven höher, als unsere Wahrnehmung) im unteren Frequenzbereich hört sie noch bis auf 30 Hz (der Mensch nur bis etwa 20 Hz) .

Die Augen der Katze:

Das Sehvermögen der Katze ist sprichwörtlich. Ihre Augen sind perfekt für die Jagd in der Dämmerung angepasst. Sie sind sehr groß und nach vorne gerichtet (ähnlich wie z.B. bei Eulen). Nach vorne gerichtete Augen erlauben ein binokulares Sehen, das so genannte plastische Sehen in drei Dimensionen (der Mensch sieht auch so). Katzen sehen am besten in 2–6m Entfernung. Das erstaunlichste an ihren Augen ist aber die extreme Lichtempfindlichkeit. Die Pupillen einer Katze erweitern sich bei abnehmendem Licht stark und lassen so noch sehr viel Licht ins Auge. Hinter ihrer Netzhaut liegt das tapetum lucidum, das funktioniert wie ein Spiegel, der das Licht zurückreflektiert. Bei hellem Lichteinfall werden die Pupillen schlitzförmig. Eine Katze nimmt jede kleinste Bewegung in ihrer Umgebung war und ihr Sehvermögen übertrifft das des Hundes bei Weitem.

 

Die Nase der Katze:

Das Geruchsvermögen bei Katzen ist für ihre Verhältnisse fast „unterentwickelt“, aber immer noch besser als das des Menschen. Im Gegensatz zum Hund ist ihre Nase aber kurz und die Riechschleimhaut klein. Gerüche spielen aber im Sozialleben der Katze eine große Rolle, dass merkt man auch daran, dass Katzen ihre Artgenossen und auch uns Menschen bei einem Zusammentreffen erstmal beriechen. Etwas ganz besonderes bei der Katze ist das Flehmen (man kennt das auch von Pferden). Die Katze besitzt das so genannte „Jacobsonsche“ Organ. Es liegt vorne unterhalb der Nase und hat eine Öffnung zur Mundhöhle. Wenn die Katze einen für sie besonderen Duft wahrnimmt (Sexualpheromone, Urin, Baldrian etc.), dann drückt sie die Luft gegen den oberen Gaumen und stimuliert dadurch das Organ. Es sieht dann so aus, als ob die Katze andächtig die Luft durch das geöffnete Mäulchen aufnimmt.

Das Maul der Katze:

Zum Geschmacksinn der Katze ist zu sagen, dass sie sauer, bitter und salzig unterscheiden können. Einen eindeutigen Nachweis dafür, dass sie süßes schmecken können, gibt es nicht, aber sie haben spezielle Rezeptoren für den Wassergeschmack.

Die Pfoten und die Schnurrhaare:

Der Tastsinn der Katze besteht aus den Pfotenballen, den Schnurrhaaren (Vibrassen) und den Sinneshaaren. Wer Katzen beobachtet, wird feststellen, dass Katzen viel mit den Vorderpfoten untersuchen. Die weiche, unbehaarte Haut der Vorderpfotenballen ist mit vielen Empfindungsnerven ausgestattet, außerdem können Katzen ihre Vorderpfoten drehen (Pronation), sie sind dadurch in  der Lage Gegenstände festzuhalten. Die Schnurrhaare sind die wohl bekanntesten Sinnesorgane der Katze, sie wachsen links und rechts von der Nasenwurzel, die stellen damit fest wie eng z.B. ein Durchschlupf ist und es fällt ihnen dadurch leichter ihre Nahrung (z. B. Wühlmäuse) zu sich zu nehmen, weil sie mit den Tasthaaren feststellen, wie die Beute liegt. Dadurch gelingt es ihnen das Beutetier mit „ dem Strich“ zu verzehren. Die Katze streicht, um das festzustellen, mit den Schnurrhaaren über die Maus. Die Tasthaare sind außerdem für Vibrationen und feine Luftströmungen empfänglich. Es ist äußerst fatal für die Katze, wenn man ihr diese entfernt. Die Tasthaare oberhalb der Augen, schützen das Tier vor Augenverletzungen. Außerdem hat die Katze reichlich Sinneshaare, die über den ganzen Körper verteilt sind. Diese Haare sind steif, aber die Haarwurzeln sind sehr empfindlich und reagieren auf kleinste Berührungen.

Die Katze ist also mit äußerst leistungsfähigen Sinnen ausgestattet und darüber hinaus ist bekannt, dass Katzen vor herannahenden Unwettern, ja sogar vor Erdbeben flüchten. Das hängt wahrscheinlich mit ihrer Fähigkeit zusammen auf kleinsten Luftdruckveränderungen, aber auch auf für uns nicht spürbare Bodenwellen zu reagieren. Einige meiner Katzen sind schon lange vor einem Gewitter im Haus zu finden und mein Mann weiß jedes Mal schon bevor ich unsere Auffahrt hochfahre, dass ich komme, weil die Katzen (und auch unsere Hunde) dann schon vor der Tür sitzen. Es hat auch schon viele Geschichten darüber gegeben, in denen berichtet wurde, dass Katzen es über viele Kilometer hinweg geschafft haben wieder nach Hause zurück zu finden. Wahrscheinlich orientieren sich die Tiere mit Hilfe von optischen, akustischen und riechbaren Eindrücken.

Vögel und Katzen

Da hat es die Katze nicht immer leicht, obwohl sie sich überwiegend von Mäusen ernährt, wird sie häufig von fanatischen Vogelschützern gnadenlos verfolgt. Ich möchte nicht missverstanden werden, ich mag Vögel auch sehr gerne und freue mich, wenn die Schwalben bei mir im Stall nisten oder mein Garten von unterschiedlichen Vogelarten bevölkert wird. Aber ich habe festgestellt, dass einige Leute es sich sehr leicht machen, wenn sie den Rückgang der Bodenbrüter oder der Singvögelbestände einzig und allein auf die Katze schieben. Natürlich fängt eine Katze den ein oder anderen Vogel, aber den Nutzen den man durch sie bei der Nagetiereindämmung hat, ist wesentlich größer. Im Übrigen sind unsere Bodenbrüter gefährdet, weil wir ihnen jegliche Raum nehmen. Hecken sind in Deutschland selten. Bei uns wird alles „ordentlich“ abgemäht, man nimmt den Tieren damit ihren Lebensraum. Im englischsprachigen Bereich kennt man die Problematik nicht. Dort säumen Hecken und Unterholz die Felder und Strassen und Fasane, Wachteln und Rebhühner gibt es dort im Überfluss. Man sollte auch nicht vergessen, dass wir hier in Deutschland die natürlichen Feinde der Vögel erheblich dezimiert bzw. ausgerottet haben und die Katze so eine frei gewordene Nische besetzt. In Gegenden wo sich geballt verwilderte Hauskatzen aufhalten kann es auch schon einmal zu einer gehäuften Attacke gegen Vögel kommen, dass ist natürlich nicht schön, aber dem kann man vorbeugen, indem ein verantwortungsvoller Katzenbesitzer sein Tier kastrieren lässt und dadurch vermeidet, dass die Katzenpopulation weiter ansteigt.

Verhaltensauffälligkeiten der Katze

Um es gleich im Voraus zu sagen, nur wenig, was wir als Verhaltensstörung ansehen, ist auch wirklich eine. Das meiste ist ein für uns unerwünschtes Verhalten, für die Katze ist es ganz normal. Darunter fällt z.B. das an den  Möbeln kratzen. Dies macht sie nämlich, weil sie über die Pfotenballen Geruch absondert und somit ihr Revier markiert. Zusätzlich versucht die Katze dadurch Häutchen, die über den Krallen sitzen, los zu werden. In Amerika ist es an der Tagesordnung den Katzen die Krallen zu ziehen, eine Unsitte, die bei uns zum Glück verboten ist. Vieles was wir als „nicht normal“ empfinden, ist für die Katze normal, u. A. auch das Knabbern an Grünzeug. Da sollte man aber schon aufpassen, da einige Pflanzen für Katzen giftig sind (z. B. der Weihnachtsstern). Auch das leider häufiger vorkommende Markieren von Kastraten ist ein normales Verhalten. Gerade in Haushalten, in denen mehrere Katzen leben, kommt es vor. Das Tier ist durch die Bestandsdichte bemüht, sein Heim erster Ordnung als das seine zu kennzeichnen. Bei Katern passiert das etwas häufiger als bei Katzen. Fast alle Leute, die mehr als 3 oder 4 Katzen ihr Eigen nennen, kennen das. Viele Katzen mögen es auch nicht hochgenommen und festgehalten zu werden, meist haben sie gar keine schlechte Erfahrung gemacht, sie mögen es einfach nicht. Es ist nicht immer ganz einfach zu unterscheiden was normal ist. Ist es durch Erfahrung erworben oder auch durch Krankheit entstanden. Wir können hier im Einzelnen nicht auf alles eingehen, darüber sind zahlreiche Bücher geschrieben worden. Wir versuchen nachfolgend hier zu mindestens  auf die wichtigsten Punkte kurz ein zu gehen:

Urinmarkieren:

Wie bereits erwähnt ist das ein durchaus normales kommunikatives Verhalten bei der Katze. Im Normalfall lässt es auch nach der Kastration nach. Man vermutet, dass es eine genetische Prädisposition dafür gibt, dass würde erklären, warum viele Katzen es nicht machen. Was tun also, wenn die Katze markiert, ein Patentrezept gibt es leider nicht. Den markierten Fleck zunächst gründlich reinigen, das versteht sich von selbst, wenn sie Glück haben, erwischen sie ihr Tier auf frischer Tat, dann können sie es, z.B. durch ein lautes Geräusch erschrecken. Wenn Katzen nur an wenigen Stellen markieren genügt es oft, diese unzugänglich zu machen. Häufig reicht es auch, an den markierten Stellen Futter auf zu stellen und die Katze nur noch dort zu füttern. Sie können auch den Boden präparieren, indem sie z.B. doppelseitiges Klebeband anbringen. Manchmal genügt es, wenn man Pheromone im Haus verteilt, die es beim Tierarzt gibt. Ein Adapter verströmt die Pheromone über die Steckdose. Bringt das alles nichts, gibt es leider nur drastische Möglichkeiten, zum einen der medikamentöse Weg z.B. Diazepam (Valium) eine psychoaktive Droge, die aber leider dann ständig gegeben werden muss, oder bei einem Mehrkatzenhaushalt auch die Trennung von einem oder mehreren der Tiere. Die letzte Möglichkeit, für die sich die meisten entscheiden ist der tägliche Gang mit Putzutensilien durchs Haus und eine wenn möglich, räumliche Trennung der Tiere. Wird die Katze von jetzt auf gleich unsauber, obwohl sich nichts für das Tier geändert hat, kann die Ursache auch eine Erkrankung sein, z.B. eine Harnwegsentzündung, eine verstopfte Harnleiter, Nierenprobleme etc. Ein häufiger Grund ist auch der Wechsel von der gewohnten Katzenstreu, oder man hat die Toilette woanders hingestellt, oder die Katze ist, als sie die Toilette besuchte, geärgert worden. Im Übrigen, Katzen sind sehr reinlich, wenn sie mehrere Katzen haben, dann gilt: pro Katze mindestens eine Toilette, auch wenn sie Freigang haben.

Aggressionen gegen Menschen:

Damit sind jetzt nur die in menschlicher Obhut gehaltenen Tiere gemeint. Die verwilderte Hauskatze, die draußen ihr Dasein fristet, lässt sich generell nicht anfassen und meidet den Menschen. Häufig sind es junge Tiere, die „ihren Menschen“ attackieren, sie springen ihnen an die Beine oder „greifen die Hände an“ und das sogar mit ausgefahrenen Krallen, häufig begleitet von Bissen. Für dieses Verhalten gibt es eine genetische Prädisposition, häufig sind es aber Einzeltiere, die sehr viel alleine gelassen werden. Diese spielerischen Attacken sollten sofort bestraft werden und zwar entweder mit einer Wasserpistole oder einem lauten Geräusch. Nicht mit den eigenen Körper reagieren, z.B. durch zurückschlagen. Die Katze darf sie damit nicht in Verbindung bringt, damit das Tier vor ihnen keine Angst entwickelt.

Bei einer gelangweilten Einzelkatze unbedingt die Haltungsbedingungen ändern.

Destruktives Kratzen:

Damit ihre Möbel nicht ruiniert werden, sollten sie die Katze schon von Welpenbeinen an einen Kratzbaum gewöhnen. Hat das Tier Freigang, stellt sich diese Problematik oft gar nicht, weil die Katze wesentlich häufiger draußen kratzt.  Da die Katze gerne an Stoffen mit vertikaler Fadenrichtung kratzen, sollten sie ihren Kratzbaum mit so einem Stück Stoff bespannen, damit das Tier sich daran gewöhnt. Hat die Katze sich z.B. bereits einen Sessel ausgesucht, sollten sie den Kratzbaum an die Stelle des Sessels positionieren (ist nur vorübergehend). Wenn ihre Katze so gar nicht von den Möbeln lassen will, gibt es auch da wieder die Möglichkeit, die Katze auf frischer Tat zu erschrecken, oder aber das Objekt ihrer Begierde mit doppelseitigem Klebeband zu umwickeln.

Anknabbern von Pflanzen:

Stellen sie ihrer Katze unbedingt einen Topf mit Gras hin, das ist für Wohnungskatzen unerlässlich. Um zu vermeiden, dass die Katze ihnen weiterhin die Pflanzen benagt, können sie wieder mit der Wasserpistole von den Blumen fern halten.

Bei all den Maßnahmen, die sie anwenden, um ihre Katze von etwas fern zu halten, achten sie darauf, dass die Katze sie damit nicht in Verbindung bringt, damit das Tier vor ihnen keine Angst entwickelt.

Video- und Fernsehbeiträge

Videobeitrag über das geheime Leben der Katzen auf YouTube vom 26.04.2013

Geliebt, gehaßt, nützlich, gefährlich, schön, unheimlich – Katzen beschäftigen uns. Der Katzenfan liebt seinen -Fellball-, den Allergiker bringt er zum Weinen. Neutralität Katzen gegenüber ist relativ selten. Genauso selten ist es daß ein Mensch seine Katze wirklich kennt. Elizabeth Marshall Thomas hat sich ein Leben lang mit Katzen beschäftigt. Mit ihren eigenen sechs, aber auch mit Großkatzen.

 

Videobeitrag des Institut für angewandte Ethologie und Tierpsychologie in Hirzel (Schweiz); „Katzen richtig halten“.

Hauskatzen haben sich gegenüber ihren Ahnen, den Wildkatzen nur sehr wenig verändert. Einzig die verschiedenen Farbvarianten zeigen bei der Alltagskatze den Einfluss menschlicher Zuchtversuche. Wenn es morgen keine Menschen mehr gäbe, könnten die Katzen ganz gut selber zurecht kommen. Doch wo Menschen heute mit Katzen zusammenleben, sind sie auch dafür verantwortlich, dass ihre Bedürfnisse erfüllt werden.