Der zukünftige Tierschutz in Niedersachsen – Landtagswahl ist Tierschutzwahl

Pressemitteilung für den 15.10.2017

Deutscher Tierschutzbund Landesverband Niedersachsen e.V.

Der zukünftige Tierschutz in Niedersachsen – Landtagswahl ist Tierschutzwahl

Die Zeiten, in denen Tierschutz ein politisches Nischenthema war, sind endgültig vorbei. Doch welcheParteien nehmen den gesellschaftlichen Wandel und damit die Wähler in Sachen Tierschutz ernst? Welche Ziele im Tierschutz verfolgen die Parteien in der zukünftigen Legislaturperiode?

„Die Gesellschaft erwartet weitere Handlungskonzepte, die sich dem Tierschutz in Niedersachsen annehmen. Unter diesem Aspekt wurden die Wahlprogramme von CDU, SPD, GRÜNE und FDP betrachtet “, erklärt Dieter Ruhnke, Vorsitzender des Deutschen Tierschutzbundes Landesverband Niedersachsen.

Hierbei wurde festgestellt, dass die CDU sich nur für einzelne Tierschutzaspekte in der Landwirtschaft interessiert. Für FDP wird Tierschutz nur im Zusammenhang mit der umstrittenen Jagd und Angeln angesprochen. Die SPD konzentriert im Rahmen des Tierschutzes auf eine nationale Nutztierstrategie. Auffällig ist, dass weder bei CDU, SPD noch bei der FDP ein Gesamtprogramm Tierschutz erkennbar ist, dass dem gesellschaftlichen Wandel Rechnung trägt.  „Dies ist derzeit leider nur aus dem Wahlprogramm der Grünen zu entnehmen“, stellt Dieter Ruhnke fest.

Die SPD stützt sich zunächst auf den Tierschutzplan der aktuellen Legislaturperiode. Man will sich für ein gemeinsames Vorgehen aller Beteiligten in der Tierwohldebatte verständigen. Es sollen Maßnahmen für Haltung, Zucht und Fütterung von Nutztieren – Stichwort: „Stall der Zukunft“ – in einem nationalen Aktionsplan festgeschrieben werden. Die auch von der SPD getragene Tierschutzverbandsklage soll hinterfragt werden. Weitere Tierschutzthemen sowie Tierschutz in der Bildung fehlen im Programm.

Die CDU stellt fest, dass die artgerechte Tierhaltung bereits elementarer Bestandteil der Arbeit und Ausbildung auf den Höfen in Niedersachsen ist. Landwirte sind Garanten für das Wohl der Tiere und eine effiziente Nutzung der Ressourcen.  Die CDU spricht sich für Forschung und Entwicklung neuer Tierhaltungssysteme aus, die das Tierwohl fördern. Der Tierschutzplans Niedersachsen soll ergebnisoffen weiterentwickelt werden, um weitere Verbesserungen des Tierschutzes vereinbaren zu können. Die CDU steht für angepasste Wildbestände sowie Jagdzeiten und Jagdmethoden, die eine effektive, tierschutzgerechte und nachhaltige Jagd ermöglichen. Tierschutz im Angelsport erteilt die CDU eine klare Absage. Die CDU will die Jagd und den Angelsport nach vorne bringen. Weitere Tierschutzthemen sowie Tierschutz in der Bildung fehlen im Programm.

Für die FDP ist  Angeln und die Jagd verlässlicher Teil von Natur- und Tierschutz.  Mit Anglern und Jägern gemeinsam setzt sich die FDP für den Natur- und Tierschutz zum Wohle der Tiere ein. Andere Fachexpertisen im Rahmen des Tier- und Naturschutzes werden nicht aufgeführt, so dass, aus FDP Sicht, nur Angler und Jäger befähigt sind. Die FDP spricht sich gegen die Tierschutzverbandsklage aus. Weitere Tierschutzthemen sowie Tierschutz in der Bildung fehlen im Programm.

Das mehrseitige Tierschutzprogramm der GRÜNEN führt die Tierschutzpolitik in mehreren Tierschutzbereichen weiter. So setzt man sich für eine artgerechte Tierhaltung in der Landwirtschaft ein. Die Anbindehaltung von Rindern, das Fixieren von Sauen und die Haltung auf Vollspaltenböden soll beendet, Transportzeiten zum Schlachthof verkürzt und Schlachtmethoden verbessert werden. Die Haltungsbedingungen von Tieren sollen sich nach dem Verhalten des Tieres ausrichten.  Das Programm strebt den weitestgehenden Verzicht von Tierversuchen an und will die tierversuchsfreie Forschung vorantreiben.  Man setzt sich für mehr Tierschutz im Heimtierbereich ein, fordert einen sensiblen Umgang mit exotischen Wildtieren und die Förderung von Tierheimen. Die Jagd soll zeitgemäß gestaltet werden und der Haustierabschuss wird abgelehnt. Man setzt sich für eine Haltungskennzeichnung bei Fleisch ein. Das Thema Tierschutz und der Umgang mit Tieren sollen in pädagogische Konzepte der Bildung einfließen.

„Der Umgang mit Tieren ist mittlerweile für viele Wähler ein wesentliches Entscheidungskriterium, um sich bei der anstehenden Landtagswahl zu entscheiden. Hierbei ist das jeweilige Wahlprogramm der Parteien entscheidend, um diese zu vergleichen, damit man eine Stimme auch für die Tiere abgeben kann, so Dieter Ruhnke“

Hier geht es zu den Wahlprogrammen

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