... weil Katzen eine Lobby brauchen!

Vereinsgeschichte der Katzenhilfe Bleckede e.V:

Die Idee einen Katzenschutzverein zu gründen hatten Brigitte Ruhnke und Johanna Hagen im Jahr 2006. Ausschlaggebend war die Tatsache, dass Brigitte Ruhnke in Barskamp ohnehin schon immer Ansprechpartner für “Katzenprobleme“ war und natürlich die immense Not frei lebender (verwilderter) Katzen, die sich uns immer wieder gezeigt hat. Die Vereinsgründung war also eine logische und leider auch dringend notwendige Konsequenz.

So wurde also am 30.06.2006 um 20.00 Uhr zur Gründungsversammlung geladen, damals noch in ganz kleiner Runde im Haus der Familie Ruhnke in Barskamp, mit der Absicht den Verein „Einsatz für vier Pfoten“ e.V. zu gründen.

Die anwesenden Gründungsmitglieder stimmten überein, dass die Anzahl frei lebenden Katzen in den letzten Jahren stetig zugenommen hat. Da diese Tiere in erbärmlichen Umständen ihr Leben fristen und ihnen in tierschutzwidriger Weise durch den Menschen nachgestellt wird, war man sich einig diesen neuen Verein zu gründen.

Die Tätigkeit des Vereins sollte sich vorrangig auf den Schutz der Katze erstrecken, sich aber auch nicht davor verschließen, Missstände bei anderen Tieren aufzudecken und ggf. helfend einzugreifen. 

Brigitte Ruhnke wurde zur 1. Vorsitzenden und Johanna Hagen zur 2.Vorsitzenden, Sabine Krützmann zur Schriftführerin und Holger Hagen zum Kassenwart gewählt. Nun war der Vorstand perfekt und es standen die ersten administrativen Aufgaben an. So musste der Verein beim Amtsgericht und dem Finanzamt Lüneburg angemeldet werden, damit der Verein als gemeinnützige Einrichtung anerkannt wird. Ein Bankkonto musste angelegt werden und viele Dinge mehr. Und besonders erfreulich war, dass der Verein zum Ende des Jahres bereits 30 Mitglieder zählte.

Rückblickend betrachtet muss man sich eingestehen, dass sich mit der Vereinsgründung die Ereignisse überschlugen. Ganz schnell sprach sich herum, dass es jetzt einen Verein gab, der sich um frei lebende Katzen kümmert  der nicht nur mit tatkräftiger, sondern auch mit finanzieller Unterstützung (wenn auch anfangs nur in einem bescheidenem Rahmen) aufwarten konnte.

Und so waren Brigitte Ruhnke und Johanna Hagen sehr schnell im ganzen Landkreis Lüneburg unterwegs, um frei lebende unkastrierte Katzen einzufangen, diese tierärztlich zu versorgen und kastrieren zu lassen, damit die weitere unkontrollierte Vermehrung dieser Tiere und die weitere Ausbreitung von Krankheiten unterbunden wird. Danach wurden diese Tiere dann wieder an ihrem Einfangort ausgesetzt und eine Versorgung dieser Tiere organisiert.

Im Weiteren wurden Notfälle versorgt und auch kurzfristig zu Hause untergebracht. Es wurde um Betreuungsstellen und Futterstellen für frei lebende Katzen geworben und die Einrichtung dieser Stellen organisiert. Anderen Tierschützern wurde helfend unter die Arme gegriffen, der Kontakte zur Presse und anderen Tierschutzorganisationen hergestellt und sich mit dem ansässigen Tierheim ausgetauscht. Bei den Tierärzten warben wir für unsere Vereinsarbeit und versuchten mit Informationsständen für die Aufklärung der „Katzenproblematik“ und durch Sammeln von Unterschriften für eine Kastrationsverpflichtung zu werben. Unter marktwirtschaftlicher Betrachtungsweise wäre man zum Ergebnis gekommen, dass man eine „Marktlücke“ entdeckt hat.

Wir hatten innerhalb kürzester Zeit unsere Häuser voller bedürftiger Katzen, vor allem auch Katzenmütter mit ihren Welpen. Händeringend haben wir immer wieder nach Helfern gesucht, die uns bei unserer ehrenamtlichen Tätigkeit unterstützen und selbst auch in der Lage waren, Katzen kurzfristig aufzunehmen oder uns Räumlichkeiten zur Verfügung stellen. Auch hier war schnell das Ende der Fahnenstange erreicht. Diese zusätzlichen Betreuungsstellen waren auch in kürzester Zeit belegt. Wir brauchten zusätzliche Räumlichkeiten in denen wir Notfälle und auch Katzenmütter mit ihren Welpen aufnehmen können. Trotz aller Bemühungen fanden wir kein geeignetes Objekt zur Unterbringung von kranken Katzen und Katzenwelpen und so entschied sich der Vorstand des Vereins im März 2008, einen Freiauslauf unter Einbeziehung des schon vorhandenen Pferdestalls auf dem Privatgrundstück der Familie Ruhnke zu bauen, um damit die Möglichkeit zu schaffen, kranke Katzen oder Katzenmütter mit ihrem Nachwuchs übergangsweise zu beherbergen.

Es wurden Sponsoren gesucht, alle erforderlichen Maßnahmen ergriffen und dann wurde in Eigenleistung ein kleines Katzenasyls errichtet, das aus drei Innenräumen mit jeweils angrenzendem Außenzwinger besteht. An diesen Arbeiten waren im wesentliche beteiligt, die Familie Wartenberg (auch zusätzliche finanzielle Unterstützung), Herr Johann Schmidt, Herr Wilfried Böck, Holger Hagen und Dieter Ruhnke.

Betreut wird das Katzenhaus nun von Brigitte Ruhnke. Kaum fertig gestellt, füllte sich unser kleines Asyl sehr schnell und genau so schnell merkten wir, dass der Platz nicht reicht und sich unsere Gesamtsituation eigentlich nicht wesentlich verbessert hatte. Zuviel Katzenelend, zu viel bedürftige Katzen und keine Besserung in Sicht.

Im Jahr 2008 bekamen wir auch unsere erste Website, die uns freundlicherweise von einem Geschäftsmann aus Hamburg gesponsert wurde.

Nicht zuletzt aufgrund unseres ehrenamtlichen Engagements wuchs unser Verein bis Ende 2008 auf 63 Mitglieder an. Leider änderte sich an der Gesamtsituation nichts. Die Anzahl der frei lebenden Katze stieg weiter an und wir bekamen immer mehr Anfragen. Unsere regelmäßige Aufklärungsarbeit hatte keinen Erfolg. Die Masse der angesprochenen Katzenhalter sah überhaupt keine Veranlassung ihre Katzen zu kastrieren. Antworten konzentrierten sich darauf; das ist Natur, die Kater brauchen ihr Vergnügen, die Kater bringen mir doch keine Jungen, Katzen können sich selber versorgen, das kostet doch nur Geld und wenn man Katzenwelpen aufgreift, so wurde das Problem der Vermehrung durch den Wassereimer, die Blattschaufel, den Fahrzeugreifen oder durch die Hand geregelt. Da dadurch unsere Kastrationsbemühungen keiner Nachhaltigkeit unterlagen, begannen wir nach einer Problemlösung zu suchen, die wir dann in logischer Konsequenz in der Ursachenbekämpfung sahen, in der Katzenhalter verpflichtet werden ihre Tiere kastrieren zu lassen.

Somit stand das Jahr 2009 bereits im Zeichen der „Katzenschutzverordnung“. Wir brauchen in Deutschland ganz dringend eine Kastrations/-Kennzeichnungs- und Registrierungspflicht für Katzen und so trat unser Verein der Vereinigung „Interessengemeinschaft „Pro Katzenschutzverordnung“ bei. Um mehr Aufmerksamkeit zu erreichen, suchten wir nach einer möglichst großen „Plattform“, um Aufklärungs- bzw. Überzeugungsarbeit leisten zu können. Diese Plattform fanden wir auf den 32. Evangelischen Kirchentagen in Bremen. Wir bewarben uns mit unserem Anliegen bei den Organisatoren und erhielten die Zusage für einen Informationsstand im so genannten „Markt der Möglichkeiten“ im Themengebiet „Ökologie und Tierschutz“.

Mit der Zusage bereiteten wir auch eine so genannte Kirchentagsresolution vor. Hier haben Mitwirkende die Möglichkeit eine Thematik den Kirchentagsbesuchern vorzustellen und mit Unterschriften dann als Resolution des Kirchentages an die zuständigen Entscheidungsträger weiterzuleiten. Unsere Resolution war an alle Ministerpräsidenten und die Bundesregierung gewandt, um die Einführung einer bundesweiten Kastrations-/Kennzeichnungs- und Registrierungspflicht für freilaufende Katzen zu erreichen.

3000 Unterschriften wären nötig gewesen, die haben wir leider nicht erreicht, weil wir nur in der unmittelbaren Umgebung unseres Informationsstandes für unser Anliegen werben durften. Trotz alledem haben wir aber fast 1000 Unterschriften zusammen bekommen. Ein aus unserer Sicht beachtlicher Erfolg. Diese Unterschriftenlisten wurden den Listen hinzugefügt, die bundesweit gesammelt werden.

Im Jahr 2009 war die Anzahl der Mitglieder nun auf 72 angestiegen. Leider auch wieder die Zahl der zu versorgenden Katzen, so dass der Verein sich entschloss im Sommer 2010, wieder auf dem Grundstück der Familie Ruhnke, zwei weitere Außenzwinger zu bauen.

Der Schwerpunkt der Vereins liegt zwar auf der Katze, aber im Jahr 2009 wurde der Verein bei weiteren Tieren aktiv, so gesellte sich zu einem völlig vernachlässigten und verwahrlosten alten Pony „Johnny“ ein verwahrloster und durch Krankheit gezeichneter alter Hund „Eddy“ und ebenso zwei völlig verwahrloste Ziegen die nun durch den Verein betreut wurden.

Ach das Jahr 2010 war ein Abklatsch der Vorgängerjahre. Es änderte sich an der Gesamtsituation nicht. Aufklärungsarbeit verpuffte, weil keine gesetzliche Grundlage zur Durchsetzung einer Kastrationspflicht für Katzen vorhanden ist. Der steigenden Anzahl von frei lebenden Katzen, Notfällen, Katzenmüttern mit Welpen sorgte dafür, dass die Spendengelder in diesem Jahr schneller aufgebraucht waren, als in den Jahren davor. Der Verein stand das zum ersten Mal vor der Pleite und war der Auflösung sehr nahe. Nach einem Bericht über die aktuelle Situation des Vereines in der Landeszeitung erreichten uns eine Vielzahl von Spenden, die uns vor einem Aus bewahrten.

Zu unseren 72 Mitgliedern gesellten sich im Jahr  2010 noch weiter 5 Mitglieder und die Not der Katzen nahm kein Ende. Nach Abschluss des Jahres 2010 wurde wieder festgestellt, dass, wie in den Jahren davor, wieder mehr Katzen kastriert und versorgt werden mussten. So beschloss der Vorstand nun an alle Einheits- und Samtgemeinden des Landkreises Lüneburg heranzutreten, um auf die stetig ansteigende Anzahl von frei lebenden Katze und deren Ursachen mit den damit verbundenen Problemen hinzuweisen. Es wurden alle Bürgermeister und auch die Landkreisverwaltung aufgesucht, um auf die Wichtigkeit einer Kastrations-/Kennzeichnungs- und Registrierungspflicht für freilaufende Katzen hinzuweisen. Das zog sich durch das ganze Jahr, immer unterbrochen von anderen dringenden Aktivitäten, wie z. B. eines erneuten Informationsstandes, diesmal auf den 33. Evangelischen Kirchentage in Dresden. Auch hier wurde wieder schwerpunktmäßig Unterschriften für unser Anliegen gesammelt.

Auch nach 2011 wurde wieder ein weiterer Anstieg der Katzenzahlen festgestellt. Und das neue Jahr 2012 macht keinen Unterschied. In diesem Jahr waren unsere Gelder schon vor der Mitte des Jahres aufgebraucht, so dass wir um einen „Bettelbericht“ in der Landeszeitung nicht herumkamen. Gott sei Dank gibt es Leute, die uns im entscheidenden Augenblick immer wieder unter die Arme greifen. Leider brachen uns jetzt auch die ersten Mitglieder weg, die der Situation und der damit verbundenen Hilflosigkeit, aber auch den Anfeindungen sowie Hohn Spott nicht mehr gewachsen waren.

Zu allem Unglück wurde auch noch unsere WebSite im Februar 2012 von Unbekannten gehackt und durch eine andere WebSite ersetzt. Wir hatten keinen Zugriff mehr und alle unsere Daten sind verloren gegangen. Uns blieb nichts anders übrig als eine neue WebSite aufzubauen. Ab Mitte März 2012 haben wir dazu Unterstützung von Frau Beate Bodendorf, unserer jetzigen Webmasterin, erhalten und einen neuen Web-Auftritt für unseren Verein aufgebaut. Viel Arbeit die sich zu unseren weiteren ehrenamtlichen Aktivitäten gesellt hat. Wir hoffen es hat sich gelohnt!

Leider stagniert 2012 die Anzahl der Vereinsmitglieder und damit auch die Verfügbarkeit von ehrenamtlichen Unterstützern. Außerdem sahen wir es als dringend notwendig an unseren Vereinsnamen zu ändern, da wir immer wieder mit einem anderen Vereinen, ähnlichen Namens, verwechselt wurden. So befinden wir uns nun im Jahr 2012 und aus „Einsatz für vier Pfoten“ e.V. ist nach  Beschluss auf einer außerordentlichen Mitgliederversammlung am 01.06.2012 „Katzenhilfe Bleckede“ e.V. geworden, was am 12.06.2012 auch notariell beglaubigt wurde.

Und wieder kreist der Pleitegeier über den Verein. Da der Verein durch seine poltische Aktivitäten im Bekanntheitsgrad gestiegen ist, wurden dem Verein mehr tierschutzwidrige Umstände gemeldet, in denen Katzen in allen Gemeinden des Landkreises leben. Somit mussten mehr finanzielle Mittel aufgewendet werden, als im Jahr davor. Nach einem Spendenaufrug am 04.06.12 wurde uns Gott sei Dank durch viele Spender geholfen. Aber es war abzusehen, dass das Geld vsl. nur bis September/Oktober 2012 reichen wird. Zu zahlreich waren bereits die vorliegenden Vorfälle in denen die Katzenhilfe Bleckede e.V. um Unterstützung gebeten wurde.

Unser Hauptanliegen ist jetzt, natürlich neben unserer täglichen Tierschutzarbeit, die Einführung einer Kastrations-/ Kennzeichnungs- und Registrierungspflicht für freilaufende Katzen in unserem Landkreis Lüneburg voranzutreiben. Ein kleiner Erfolg wurde dabei erreicht, 6 Einheits- und Samtgemeinden haben sich entscheiden im zweiten Halbjahr 2012 die Kastrationspflicht für freilaufende Katzen in ihren politsichen Gremien zu mindestens zu beraten. Auch der 1. Kreisrat hat sich bereit erklärt dazu ein Konzept zu erarbeiten, um diese den Kreistagspoltikern vorzulegen. Die Katzenhilfe Bleckede e.V. hat und wird weiterhin die Gespräche mit den Politikern und Amtsträgern suchen.

Zusätzlich wurden auch Aktivitäten auf der landespolitischen Ebene angestoßen und dazu u. a. auch Gespräche mit der Fraktion der SPD und den Grünen in Hannover geführt und steht mit der Fraktion der CDU in regelmäßigen Kontakt. Frau Bertholdes-Sandrock, Mitglied des Landtages, hat sich unserem Anliegen angenommen und unterstützt uns auf der Ebene des Landes. Man hat sich bei den Grünen auch an der parlamentarischen Arbeit beteiligt und an einem möglichen Gesetzesentwurf zur Einführung einer landesweiten Kastrationspflicht mitgewirkt. Die Fach- und Sachkompetenz der Katzenhilfe Bleckede wurde sogar im Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft, Verbraucherschutz und Landesentwicklung anerkannt und die Katzenhilfe Bleckede e.V., mit Unterstützung des Landesverbandes des Deutschen Tierschutzbundes e.V., an der Ausplanung eines geplanten Modellprojektes beteiligt, dass zur Kastration von frei lebenden Katzen aufgelegt wird.

Zusätzlich ist beabsichtigt, dass die Katzenhilfe Bleckede e.V. vsl. im Oktober 2012 im Tierschutzbeirat des Landes Niedersachsen zur Thematik Kastrationspflicht für Katzen vorträgt.

Im Rahmen der Novellierung des Tierschutzgesetzes beteiligen wir uns zusammen mit dem Bündnis Pro Katze und Menschen für Tiere e.V. an der Ausarbeitung eines Entwurfes für eine gesetzliche Kastrationspflicht und beteiligen uns daran, dass eine in dieser Novellierung festgelegte Regelung, die eine Kastrationspflicht für freilaufende Katzen gesetzlich unterbindet, verworfen wird. Im Ergebnis konnte erreicht werden, dass das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft die Einwände bearbeitete und feststellte, dass die bisherigen ordnungsbehördlichen Regelungen zur Kastrationsverpflichtung für Katzen auf kommunaler Ebene rechtmäßig sind und auch weiterhin in Kraft gesetzt werden können. Aufgrund der Zusammenarbeit mit dem Bundesverband der Tierversuchsgegner Menschen für Tierrechte e.V. wurden wir durch den Bundesverband aufgefordert, uns in der Verbandszeitschrift zu präsentieren. In der Weihnachtsausgabe des Verbandes (Nr. 3.12) wurde dann über unseren Verein und unsere Aktivitäten berichtet.

Dieser Aufgabe hat sich vor allem Dieter Ruhnke angenommen. Denn es hat sich gezeigt, dass damit nicht nur ein enormer Zeitaufwand verbunden, sondern auch eine große politische Sachkenntnis vonnöten ist. Der Vorstand unterstützt ihn nach allen Kräften, getreu unserem Motto „Alles für die Katz“. 

Ende August 2012 ist es dann wieder passiert. Aufgrund des erhöhten Auftretens von frei lebenden Katzen, waren die finanzielle Mittel des Vereins komplett aufgebraucht. Bis zum Dezember war unserer Kassenlage so desolat, dass unserer Futter- und Betreuungsstellen nur noch aus der eigenen Tasche der Vorstandsmitglieder und einiger Ehrenamtlicher finanziert werden konnten. Fang- und Kastrationsaktionen für frei lebenden Katzen konnten dadurch bis zum Ende des Jahres nicht mehr durchgeführt werden, obwohl noch rund 40 x Katzen avisiert waren. Leider nicht zu ändern. Bis Dezember gingen dann einige Spendengelder ein und auch das Tierheim in Lüneburg unterstützte uns durch Futterspenden, so dass zunächst die Versorgung unserer Tiere auf den Futter- und Betreuungsstellen gesichert war.

Es gab aber auch positive Aspekte, so hat die Samtgemeinde Amelinghausen auf Grundlage unserer Entwürfe für eine Beschlussvorlage und eine Verordnung eine Kastrationspflicht für freilaufende Katzen am 25.09.2012  im Samtgemeinderat verabschiedet. Die Stadt Bleckede hat die Beratungen darüber am 26.11.2012 im Umweltausschuss begonnen und auch die Samtgemeinde Dahlenburg hat am 13.12.2012 mit den Beratungen im Samtgemeindeausschuss begonnen. An den Landkreis Lüneburg wurde ein Kostenplan zur Kastration von frei lebenden Katzen übersandt. Nach Rücksprache mit der Kreisrätin, Frau Scherf, am 11.12.2012 scheint man auf der politischen Ebene bereit zu sein für die Kastration von frei lebenden Katzen zusätzliche Gelder bereitzustellen. Leider geht man einer politischen Lösung mit einer Kastrationsverpflichtung auf Kreisebene aus dem Weg.

Zusätzlich kam das NDR Fernsehen auf die Katzenhilfe Bleckede e.V. zu. Das NDR Fernsehen beabsichtigte eine Reportage über die frei lebende Katzen und der Kastrationsverpflichtung für freilaufende Katzen zu drehen. Man wollte die Thematik im Vergleich Stadt und Land bearbeiten. Für die Stadt Hamburg nahm man mit dem Tierschutzverein Hamburg und für das Land traf man bei der Internetrecherche immer wieder auf die Internetpräsenz der Katzenhilfe Bleckede e.V.. So kam es, dass das NDR Fernsehen vom  13.12.12 bis zum 20.12.2012 bei der Katzenhilfe Bleckede e.V. eine Reportage drehte. Hierbei stand die frei lebende Katze und das politische Engagement der Katzenhilfe Bleckede e.V., zur Einführung einer Katsrations-/Kennzeichnungs- und Registrierungspflicht für freilaufende Katzen, im Mittelpunkt.

Zum Ende des Jahres wurde mit dem Tierschutzverein Lüneburg und Tierheim Lüneburg eine Idee entwickelt, dass die Katzenhilfe Bleckede e.V. die Kastration für frei lebende Katzen für den Landkreis übernimmt. Es wurden dazu umfangreiche Abstimmungsgespräche geführt und auch die Tierärzteschaft mit einbezogen. Für die Abdeckung der Kosten bei den Tierärzten wurden zwischen der Tierärzteschaft, dem Tierschutzverein Lüneburg e.V. und der Katzenhilfe Bleckede e.V. Absprachen getroffen, die für alle Beteiligten Planungssicherheit  bedeutete und letztendlich die Beseitigung von tierschutzwidrigen Umständen bei frei lebenden Katzen im Focus hatte.  Leider wurde die Absicht durch den Präsidenten der Tierärztekammer Niedersachsen,  Herr Dr. Tiedemann, torpediert, in dem immer weitere Auflagen erfüllt hätten werden müssen.

Letztendlich waren die ursprünglichen Absprachen nicht mehr umzusetzen. Trotz dieser geänderten Rahmenbedingungen entschied sich die Katzenhilfe Bleckede e.V.  im 1. Quartal federführend die Kastration von frei lebenden Katzen durchzuführen. Im Ergebnis konnten bis zum 25.03.2013 insgesamt 104 x frei lebende Katzen kastriert werden. Ein enormes Ergebnis, wenn man die 142 x Katzen dazu in Relation setzt, die im ganzen Jahr 2012 kastriert wurden.

Man musste jedoch eingestehen, dass diese Aufgabe durch die Katzenhilfe Bleckede e.V. allein ohne Unterstützung des Tierschutzvereines und des Tierheimes Lüneburg nicht geleistet werden kann. Die Aufgabe entwickelte sich zur Vollzeitbeschäftigung für den Vorstand des Vereins und die Kosten für den Verein explodierten, auch wenn durch Spenden und zusätzliche Gelde der Initiative „Pro Katze“ der Katzenhilfe Bleckede e.V. zur Verfügung standen und viel Geld aus der eigenen Geldbörse zugebuttert wurde.

Letztendlich hat die Katzenhilfe Bleckede e.V. entschieden die verfügbaren Ressourcen nur noch in den Kommunen einzusetzen, die eine Kastrationsverpflichtung für freilaufende Katzen eingeführt haben.  

So turbulent wie das Jahr 2012 zu Ende ging, begann somit  auch das neue Jahr.  Auf der politischen Entscheidungsebene arbeiteten wir zunächst dem Bürgermeister der Stadt Bleckede zu, um ihm aus unterschiedlichen Kommunen die Erfahrungen mit der Kastrationspflicht für freilaufende Katzen zusammenzustellen, damit diese dann den Ratsfraktionen zur Verfügung gestellt werden kann. Es wurden eine Vielzahl von Städten, Landkreise und einzelne Kommune angefragt und die Erfahrungen im Umgang mit der dort eingeführten Kastrationspflicht abzufragen. Erfreulich dabei war, dass ausnahmslos alle angefragten Kommunen positive Erfahrungen mit der Verpflichtung gemacht haben.

Es folgte die Samtgemeindeausschusssitzung der Samtgemeinde Dahlenburg. In dieser Sitzung wurde die Empfehlung ausgesprochen, dass der Samtgemeinderat eine Kastrations-/Kennzeichnungs- und Registrierungspflicht für freilaufende Katzen verabschieden soll. Dies tat er dann am 14.03.2013 mit großer Mehrheit bei nur einer Gegenstimme.

Und ein weiterer Erfolg war für die Katzenhilfe Bleckede e.V. zu verbuchen. Im Ergebnis einer Initiative der Katzenhilfe Bleckede e.V. zur Kastration von Katzen im Landkreis Lüneburg hatte die Kreisverwaltung um eine Kostenaufstellung gebeten um zu prüfen, ob ggf. zusätzliche Gelder bereitgestellt werden können.  Im Februar hat die Kreisverwaltung dazu eine Beschlussvorlage dem Umweltausschuss vorgelegt, der diesen Vorschlag am 11.03.2013 einstimmig beschlossen hat. Die Vorlage beinhaltete eine jährliche Zuwendung von 10.000,-€ für die Kastration von freilaufenden Katzen. Einziger Wehrmutstropfen dabei; obwohl die Katzenhilfe Bleckede e.V. die umfangreichen Gespräche und auch Anschreiben sowie Antragsunterlagen initiiert hatte, soll das Geld nun dem Tierschutzverein Lüneburg e.V. als „so genannter zentraler Ansprechpartner“ zur Verfügung gestellt werden.

Am 01.03.2013 wurde die NDR Reportage „Katzen Alarm! Invasion der Streuner“ ausgestrahlt. Somit hat es die Katzenhilfe Bleckede e.V. auch in das deutsche Fernsehen geschafft. Wir haben durch diesen Beitrag eine Vielzahl von positiven Rückmeldungen erhalten. Durch diesen Beitrag konnten wir unser Profil stärken. Leider ist in diesem Beitrag die Ursache der unkontrollierten Vermehrung von Katzen nicht ganz in den Focus gerückt, aber es ist ein Anfang.

Unser Ziel, in so vielen Gemeinden wie möglich eine Kastrationsverpflichtung einzuführen, haben wir auch im Jahr 2013 nicht aus den Augen verloren. Es wurden erneut die Gespräche mit der Samtgemeinde Ostheide, Scharnebeck und Bardowick im März aufgenommen.

Zusätzlich schrieb man wieder die Landtagsfraktionen des niedersäsischen Landtages an. Am 04.06.2013 wurden jeweils die Fraktionsvorsitzenden und die jeweiligen Sprecher im Ausschuss für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz angeschrieben und erneut für eine landesweite Kastrationsverordnung geworben. Dazu wurden auch Vorschläge unterbreitet die es ermöglichen könnten auch nach der Änderung des Tierschutzgesetzes (Anfang 2013), eine landesweite Verordnung zu erlassen. Der Fraktionsvorsitzende der CDU antwortete am 25.05.0213 und kündigte an, dass für die Beratungen zu dieser Theamtik eine Expertenanhörung vorgesehen ist, zu der die Katzenhilfe Bleckede e.V. eingeladen wird. Die Fraktionsvorsitzende der SPD, Frau Modder, antwortete am 04.06.2013 und versicherte, dass die Ausführungen der Katzenhilfe Bleckede e.V. zu einer landesweiten Kastrations-/Kennzeichnungs- u. Registrierungspflicht dem zuständigen Arbeitskreis ihrer Fraktion übergeben und in die parlamentarische Arbeit einfließen werden.

Das Jahr 2013 setzte sich turbulent fort. So wurden bis zum 21.06.2013 durch die Katzenhilfe Bleckede e.V. 197 frei lebende eingefangen und kastriert. Zusätzlich wurden 10 trächtige Katzen eingefangen die insgesamt 36 Welpen auf die Welt brachten. Da diese Tiere geschwächt und krank waren, mussten wir uns darauf einstellen, dass die Aufzucht der Welpen nicht leicht wird. Es kam wie befürchtet, fast alle Katzenwelpen erkrankten an Schnupfen, bekamen Durchfall, Fieber etc. so dass ein erheblicher Pflegeaufwand entstand und dafür sorgte, dass sehr schnell wieder die finanzielle Grenze erreicht wurde.

Aufgrund des erneuten Jahrhundertshochwasser an der Elbe organisierten wir Unterkünfte für Hauskatzen von Haltern, die evakuiert werden mussten und ihre Hauskatzen nicht mit in die Sammelunterkünfte nehmen konnten.

Am 11.06.2013 wurde wir in den Umweltausschuss der Samtgemeinde Ostheide eingeladen, um zur Thematik der unkontrollierten Vermehrung von Hauskatzen und zur Einführung einer Kastrations-/Kennzeichnungs- u. Registrierungspflicht vorzutragen. Im Ergebnis wurden unsere Informationen für die weiteren Beratungen an die Ratsfraktionen übergeben.

Auch der Bürgermeister der Samtgemeinde Scharnebeck, Herr Gerstenkorn, konnte in einem weiteren Gespräch davon überzeugt werden, die Thematik erneut bei seinen Fraktionsvorsitzenden vorzutragen.

Zusätzlich erhielten wir im ersten Halbjahr vielen Anfragen von anderen Tierschutzorganisationen mit der Bitte um Unterstützung für die Einführung einer Kastrationsverordnung in der jeweiligen Kommune. So trat der Tierschutz Stade, die Landesarbeitsgemeinschaft Tierschutz der Bündins 90/Die Grünen in Sachsen, der Tierschutzverein Schorndorf aus Baden Württemberg und die Initiative Stadttiere aus Braunschweig an die Katzenhilfe Bleckede e.V. heran. Wir berichteten über unsere Erfahrungen, übermittelten Informationsunterlagen und machten Vorschläge wie die jeweilige Initiative eingeleitet werden kann und welche Regularien und Details im Umgang mit der Verwaltung und den jeweiligen politischen Gremien beachtet werden sollte.

Die Tierschutzarbeit ist mit einem ständige auf und ab verbunden. Aus diesem Grund sind Erfolgserlebnisse von besonderer Bedeutung, weil diese die Motivation stärken und auch neue Kräfte freisetzen. So konnte die Katzenhilfe Bleckede e.V. einen weiteren Erfolg in ihren Bemühungen zur Einführung einer Kastratiosnverordnung in den Kommunen des landkreises Lüneburg verbuchen. Der Rat der Stadt Bleckede hat am 26.06.2013 eine solche Verordnung verabschiedet. Für die Katzenhilfe Bleckede e.V. war diese Entscheidung von besonderer Bedeutung. Zum einem hat der Verein in der Stadt Bleckede seinen Vereinssitz und zum anderen war und ist der Bürgeneister, Herr Böther, von Anfang an ein engagierter Unterstützer zur Einführung dieser Verordnung. Aufgrund seiner Initiative hat sich die Bürgermeisterversammlung des Landkreises mehrmals mit dieser Thematik beschäftigt und das hat ihm, auch bei seinen Amtskollegen, nicht nur Zustimmung eingebracht.