... weil Katzen eine Lobby brauchen!

Infos rund um die Katze

In dieser Rubrik haben wir viel Wissenswertes über die Katze zusammen getragen. Wir haben uns bemüht, dass aus unserer Sicht Wichtigste herauszustellen. Die 1. und 2. Vorsitzende des Vereins haben ein zweijähriges Studium über die Katze (Psychologie/ Verhaltensforschung und Homöopathie) erfolgreich abgeschlossen und wollen dieses Wissen gerne weitergeben. Außerdem fließen viele persönliche Erfahrungen mit ein, die man im langjährigen Zusammenleben mit Katzen gemacht hat. Wir berichten über Krankheiten, Verhaltensweisen, Fütterung und vieles mehr. Ihnen als interessierten Lesern wünschen wir, dass wir ihnen mit dieser Rubrik viel über das Wesen der Katze mit auf dem Weg geben können. Wir haben die Informationen nach Alphabet geordnet.

Anschaffung einer Katze

Was ist alles zu bedenken, bevor man sich entschließt mit einer Katze zusammen zu leben?

Zunächst ist zu sagen, dass Katzen sehr alt werden können. Ein Alter zwischen 16 und 20 Jahren ist keine Seltenheit. Obwohl ein recht „robustes“ Tier (vor allem die europäisch Kurzhaar, mit der man es im Tierschutz in erster Linie zu tun hat), werden natürlich auch diese Katzen krank. Gerade im Alter stellen sich, wie bei allen anderen Lebewesen auch, diverse Zipperlein ein. Ein Tierarztbesuch kann dann unter Umständen recht teuer werden. Auch die erforderliche Kastration der Katze, sobald das Tier geschlechtsreif ist, muss bedacht werden. Jährliche Impfungen, zumindest gegen Katzenseuche und Katzenschnupfen, sind anzuraten. Hinzu kommen Kosten für Futter, Katzentoilette und Streu, Kratzbaum und diverse Kosten für Spielzeug etc.

Fährt man in Urlaub, sollte man unbedingt vorher klären, wer sich um das Tier in seiner Abwesenheit kümmert. Überhaupt das „Kümmern“, obwohl ein großer Individualist genießt die Katze die tägliche Schmusestunde mit ihrem persönlichen Dosenöffner sehr. Eine Katze kennt keinen Sonntag und Feiertag, sie muss jeden Tag versorgt werden. Katzen sind Gewohnheitstiere und haben es gerne, wenn alles das, was mit ihnen zu tun hat, in einer gewissen Regelmäßigkeit passiert. Auf eine sorgfältige Reinigung der Katzentoilette sollte man unbedingt achten, die Fellnasen mögen eine schmutzige Toilette gar nicht. Ist man bereit, dass alles auf sich zu nehmen, stellt sich gleich die nächste Frage, 1 oder 2 Katzen? / Katzenwelpe oder erwachsenes Tier?

Entscheidet man sich für ein erwachsenes Tier, dann kann man in der Regel gleich feststellen, ob der Charakter der Katze zu einem passt. Die Katze ist dann sowohl körperlich wie auch mental ausgereift. Und da eine Katze auch mit 3 oder 4 Jahren noch jung ist, hat man noch für lange Zeit einen Wegbegleiter. Entscheidet man sich für einen Katzenwelpen, dann ist es schwierig voraus zusagen, wie das Tier sich entwickelt. Katzenwelpen sind im Allgemeinen immens übermütig, neugierig und lebendig. Auch das sollte man berücksichtigen. Wichtig ist, dass man die Jungtiere solange wie möglich bei der Mutterkatze lässt, ideal sind 12 Wochen. Sie lernen in der Zeit von Mutti alles, was für ein Katzenleben wichtig ist. Will man eine Katze nur für die Wohnung, dann ist es ideal gleich zwei Wurfgeschwister zu nehmen. Ob Kater oder Katze ist meines Erachtens nach nicht so relevant. Man sagt Kätzinnen zwar nach, dass sie zickiger sind und Kater dafür schmusiger, ich selbst habe aber die Erfahrung gemacht, dass das oft genau umgekehrt ist. Katzen sind große Individualisten und es ist natürlich auch spannend, die Entwicklung so einer Persönlichkeit mitzuerleben.

Will man generell nur eine Katze, dann ist es zu begrüßen sich ein Tier aus dem Tierheim zu holen, das mit seinen Artgenossen nicht klar kommt. Eine wichtige Vorraussetzung dafür ist aber, dass die Katze einen Zugang nach draußen erhält. Kann man das Tier nur in der Wohnung halten und arbeitet den ganzen Tag, dann sollte man sich gar kein Tier anschaffen. Vielleicht hat man ja dann die Möglichkeit, einmal in der Woche in ein nahe gelegenes Tierheim zu fahren und die Katzen dort zu beschmusen.

Falls sie eine Rassekatze bevorzugen sollten sie sich unbedingt an einen seriösen Züchter wenden. Im Tierschutz wird meist nur die „normale Hauskatze“, sprich europäisch Kurzhaar vermittelt (mein persönlicher Favorit, aber wie gesagt, das ist meine Meinung). Die gibt es so ziemlich in fast allen Farben und Gewichtsklassen. Was die Farbe angeht, tun sie mir den Gefallen und entscheiden sich intuitiv. Meist sind die schwarzen und schwarz-weißen „Ladenhüter“ und das wird ihnen einfach nicht gerecht. Ich selber habe drei Schwärzlinge und das sind allesamt kleine Panther und meine 3 schwarz-weißen, allesamt Kater, sind ein tolles Trio, jeder trägt seine weißen Abzeichen anders. Ich konnte nicht feststellen, dass die Farbe, egal ob rot, bunt, schwarz oder grau keinen Einfluss auf den Charakter hat. Vorsicht ist allein bei weißen Katzen geboten, die leider durch einen Gendefekt häufig taub sind. Wenn man sich für so ein Tier entscheidet, sollte der Garten unbedingt katzensicher eingezäunt sein, damit die Tiere ungefährdet Ausgang genießen können.

Einzelgänger Katze

Die Frage ist mit einem „klaren“ Jein zu beantworten. Grundsätzlich sind alle Katzen mal gerne alleine unterwegs. Wenn sie auf der Jagd sind sowieso und häufig auch auf Erkundungstour. Es gibt auch Katzen, die generell gerne alleine sind und mit ihren Artgenossen nicht soviel am Hut haben. Viele Katzen, gerade auf Bauernhöfen leben aber in Familienverbänden zusammen. Auch finden sich auf Futterstellen immer mehrere Katzen ein, die auf Jahre hin dort gemeinsam fressen. Kater tun sich zu regelrechten Bruderschaften zusammen und ziehen gemeinsam „ um die Häuser“ (Paul Leyhausen hat das ganz toll beschrieben). Bei meinen eigenen Katzen kann ich ganz klar beobachten, dass es sehr soziale Tiere gibt, aber auch absolute Einzelgänger. Ich habe einen Kater, den ich versuche weitestgehend im Haus getrennt von den anderen zu halten, da er regelrecht auf Ärger aus ist (das interpretiere ich natürlich hinein, der Kater ist einfach ein solitäres Wesen). Im Großen und Ganzen muss man in einem Mehrkatzenhaushalt darauf achten, dass die Chemie zwischen den Tieren stimmt und dass jede Katze die Möglichkeit zum Rückzug hat. Jedes Tier braucht sein Heim erster Ordnung. Davon, 10 Katzen und mehr auf Dauer zusammen auf 50 qm zu halten, ist dringend abzuraten. Die Tiere haben Stress und das Ganze ist tierschutzwidrig. Wenn man sich für ein Leben mit mehreren Katzen entscheidet lässt man am besten die Katzen selber entscheiden, was passt oder nicht passt. Im Tierschutz ist das leider nicht immer möglich und man steht dann vor einer ziemlichen Herausforderung. Besonders schwierig ist es erwachsene weibliche Tiere aneinander zu gewöhnen, aber wie gesagt, die Katze ist prinzipiell kein Einzelgänger und mit etwas Geduld erreicht man viel. Hat man einen totalen Einzelgänger, muss man auf weitere Katzen verzichten.

Fütterung der Katze

Zur Fütterung ist generell zu sagen, dass Katzen Carnivoren sind, also Fleischfresser. Im Gegensatz zu Hunden die, durch Jahrtausende der Domestikation, zum Allesfresser wurden, ist eine vegetarische/vegane Fütterung für Katzen nicht zu empfehlen.

Optimal wäre es, seine Katze mit rohem Frischfleisch zu ernähren (z.B. Pute, Huhn mit Haut und Knochen, Herz, Lunge, Niere). Nur Muskelfleisch ist, aufgrund seines hohen Phosphorgehalts, auf Dauer für die Nieren schädlich. Leber und Fisch sollten Katzen nur einmal in der Woche bekommen, sie nehmen sonst zuviel Vitamin A auf, was sich auf die Gelenke und Knochen auswirkt. Es kommt dann zu einer Gelenkversteifung durch Knochenrückbildung und Knochenwucherung.

Wem das zu umständlich ist, der kann natürlich auf qualitativ hochwertige Katzenfertignahrung zurückgreifen (zeichnet sich durch einen hohen Fleischanteil aus) da ist alles drin, was die Katze zum Leben benötigt. Ein Problem, dass sich bei Katzenbesitzer immer wieder einstellt ist die Tatsache, dass viele Katzen sehr mäkelig mit ihrem Futter sind. Da kann es passieren, dass man 3 verschiedene Döschen aufmacht bevor sich die „Dame“ oder der „Herr“ zufrieden zeigt. Was zwischendurch immer gerne genommen wird und was man auch bedenkenlos geben kann, ist ein Eigelb oder Quark. Nicht so gut ist Billigfutter, der Fleischanteil darin ist viel zu gering und das Ganze ist mit zuviel Getreide sowie Zucker/Caramel versetzt.

Wenn sie Freigänger haben, die sich draußen auch ihre Mäuse fangen können, dann mag so eine Dose mal als Notnagel gehen, ideal ist es aber nicht. Ausschließlich gutes Trockenfutter (da unbedingt auch auf den hohen Fleischanteil achten) ist nur dann eine gute Lösung, wenn gewährleistet ist, dass die Katze ausreichend trinkt. Bei zu wenig Flüssigkeitszufuhr schädigt es sonst auf Dauer die Nieren. Komplett verboten ist rohes Schweinefleisch, dadurch kann die Aujeszky“sche Krankheit übertragen werden, die meist tödlich verläuft.

Frisches Wasser sollte jeder Katze ständig zur Verfügung stehen. Auch da haben Katzen ihre besonderen Vorlieben, manche trinken gerne Regenwasser oder Wasser aus der Gießkanne, andere bevorzugen Kristallschalen, einige meiner eigenen Katzen trinken gleich aus dem Wasserhahn. Wenn man sein Tier beobachtet, weiß man ganz schnell, was sie möchte. Frische Kuhmilch bitte nicht geben, sie löst durch den vorhandenen Milchzucker (Laktose) häufig Durchfall aus. Besser ist spezielle Katzenmilch, die man mittlerweile im Handel überall kaufen kann.

Geschichte der Katze

Normalerweise ist es so, dass der Mensch durch gezielte Zucht aus Wildtieren Haustiere gemacht hat. Das geschieht über sehr viele Generationen hinweg (Hund, Ziege, Schaf, Pferd etc.) Die Eigenschaften des Wildtieres werden, zum Nutzen des Menschen, verdrängt und verändert. Die Katze kam erst sehr spät dazu, die frühesten Nachweise von zahmen Hauskatzen sind nur 3500 Jahre alt.

Unsere Hauskatze, so wie wir sie kennen, stammt von der nordafrikanischen Falbkatze ab, die Katze selbst hat wohl im alten Ägypten, durch die gefüllten Kornkammern und die dadurch reichlich vorhandenen Mäuse, die Nähe des Menschen gesucht. Wahrscheinlich ist das auch der Grund, warum ausgerechnet die Falbkatze Stammmutter unserer Katzen wurde. Als der Mensch erkannte, wie effektiv die Katze bei der „Mäusevernichtung“ arbeitete, versuchte er sie mittels Futtergaben in seiner Nähe zu halten. Die Katze blieb aber, über die Jahrhunderte hinweg, unabhängig. Zwar entstanden durch Mutationen verschiedene Fellfarben und Längen, aber so richtig verändert hat sich das Erscheinungsbild unserer Hauskatze von dem der Falbkatze nicht. Die meisten gezüchteten Katzenrassen, so wie wir sie heute kennen, sind kaum älter als 100 Jahre. 

In ihrem Ursprungsland Ägypten galt die Katze als heilig, und es gab sogar eine Göttin, die ihr geweiht war, „Bastet“. Nach Europa kam die Katze erst spät und zwar um 500 vor Christi. Zunächst nach Griechenland, wenig später dann auch nach Italien. Es dauerte ein bisschen bis die Katze dem Frettchen, das ursprünglich von den Römern zur Mäusevertilgung gehalten wurden, den Rang abgelaufen hatte.

Ihr Siegeszug ging dann aber durch ganz Europa. Im beginnenden Mittelalter durchaus noch geschätzt, veränderte sich die Lage für die Katze dann im späten Mittelalter drastisch. Durch Inquisition und Aberglaube setzte die Hexenverfolgung ein und mit ihr auch die gnadenlose Nachstellung der Katze. Sie wurde als Höllentier angesehen, hatte doch die germanische Göttin Freia eine Waldwildkatze an ihrer Seite. Die christliche Kirche wandte sich vehement gegen die in der Bevölkerung noch vorhandene Verehrung der alten Götter. Zudem war die Katze nachtaktiv, ihre Augen leuchteten im Dunkeln und ihr unergründlicher Blick konnte nur bedeuten, dass sie mit dem Teufel im Bunde war. Katzen waren häufig Begleiter von Frauen, die sich wiederum für die Kirche verdächtig machten, weil sie im Wald Kräuter sammelten. So wurden tausende von Frauen (und auch Männer) mit ihren Katzen auf dem Scheiterhaufen verbrannt. Die großen Pestepidemien im 17. Jahrhundert sind eine Folge davon, weil man die Katze drastisch dezimiert hatte. Zum Glück sollte sich das dann im 18 Jahrhundert wieder ändern und heute ist die Katze in Deutschland das beliebteste Haustier.

Trotz allem hängt der Katzen immer noch ein wenig Aberglaube an. Für uns ist es sehr schwierig schwarze Katzen zu vermitteln, da viele Leute sie als Unglücksboten sehen, in England ist das übrigens genau umgekehrt, dort gelten sie als Glücksbringer.

Eine persönliche Anmerkung noch: Die Katze stammt, wie sie gelesen haben, aus Nordafrika und lebt noch nicht so lange in unseren Breitengraden. In Nordafrika sind die Tage trocken und heiß und die Nächte kalt und trocken. Das Wetter bei uns in Mitteleuropa ist sehr feucht, auch die Winter sind nass und kalt. Zwar ist es uns gelungen, die Katze gentechnisch dahingegen zu verändern, dass sie wesentlich eher als ihre Stammmutter, die Falbkatze,  geschlechtsreif wird (die Hauskatze oft schon mit 5 Mon., die Falbkatze mit 1 Jahr, Kater noch später) und das sie im Gegensatz zur Falbkatze 2-3mal im Jahr bis zu 6 Welpen wirft (die Falbkatze meist nur einmal im Jahr), haben wir es aber nicht geschafft, ihr ein Wasserresistentes Fell anzuzüchten. Unsere Winter sind für die frei lebende Katze fatal. Im Gegensatz zu unserer heimischen Wildkatze (im Übrigen ein Waldbewohner) setzt unserer Hauskatze die nasskalte Witterung enorm zu. Die Tiere werden buchstäblich nass bis auf die Haut und frieren erbärmlich. Späte Würfe im Oktober/November haben wenig Überlebenschancen. Auch verzieht sich die Hauptnahrung der frei lebenden Katze, nämlich die Mäuse, im Winter unter die Erde. Das wird gerne vergessen, wenn es heißt, die Katze kommt draußen alleine klar, das kommt sie Winter eben nicht, weil sie für unsere Witterungsverhältnisse nicht angepasst ist. Sie sollte zumindest immer einen Unterschlupf haben, der trocken und windgeschützt ist und zumindest einmal am Tag vernünftig gefüttert werden.

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